Seltene Krankheit: Frau kann zwei Jahre lang nicht aufs Klo gehen

Bath - Eines Morgens wachte Anna Rachel Gray (22) auf, ging zur Toilette und konnte plötzlich nicht mehr urinieren.

Anna Rachel Gray (22) leidet unter dem seltenen "Fowler-Christmas-Chapple-Syndrom".
Anna Rachel Gray (22) leidet unter dem seltenen "Fowler-Christmas-Chapple-Syndrom".  © instagram.com/anna_rachel_gray/

Seit diesem Tag im Dezember 2018 kann die Britin ihre Blase nicht mehr entleeren.

Grund dafür: Die 22-Jährige leidet unter der seltenen Krankheit namens "Fowler-Christmas-Chapple-Syndrom". Dabei handelt es sich um eine Blasenentleerungsstörung, die häufig bei jungen Frauen auftritt.

Gray kann demnach den Schließmuskel ihrer Blase nicht richtig entspannen, weshalb auch kein Urin austritt. Die junge Britin hatte bis zu dem folgenschweren Tag im Dezember nie etwas von der Krankheit gehört und auch keinerlei Beschwerden verspürt.

"Der Vortag war völlig in Ordnung! Das erste Symptom war, dass ich nicht pinkeln konnte - egal wie sehr ich es versuchte und dann, obwohl ich regelmäßig Wasser trank, längere Zeit im Bad saß und dem Geräusch von fließendem Wasser lauschte, konnte ich einfach nicht aufs Klo gehen", sagte sie gegenüber Metro.

Nach 24 Stunden bat die junge Frau ihren Arzt um Hilfe. Der konnte jedoch nur Abführmitteln verschreiben.

"Am fünften Tag, an dem die Symptome auftraten, rief ich den Notruf an und bekam schließlich einen Arzttermin", berichtete Gray.

Fowler-Christmas-Chapple-Syndrom tritt vor allem bei Mädchen und jungen Frauen auf

Mittlerweile muss Gray einen Katheter tragen, um urinieren zu können. (Symbolbild)
Mittlerweile muss Gray einen Katheter tragen, um urinieren zu können. (Symbolbild)  © 123rf/ Shao-Chun Wang

Doch vor Ort wurde sie schnell mit Aussagen wie "solche Dinge Menschen in deinem Alter nicht passieren" abgespeist.

Selbst in einem Krankenhaus wurde der damals 20-Jährigen nicht geglaubt.

Mittlerweile konnte sie aufgrund der Schmerzen kaum noch laufen: "Meine Blase war extrem aufgebläht und wund - sie drückte auch auf andere Organe, was große Schmerzen verursachte."

Als eine Ultraschalluntersuchung ergab, dass Grays Blase mehr als einen Liter Urin enthielt - normal sind 600 Milliliter - bekam sie sofort einen Katheter.

"Ich finde es äußerst unangenehm, einen Katheter zu haben - besonders nachdem er ersetzt wurde. Normalerweise habe ich meine alle zwei Wochen gewechselt, da ich viele Blasenkrämpfe habe, die den Katheter aus meiner Blase drücken können - das ist sehr schmerzhaft und frustrierend", gibt sie offen zu.

Dennoch ist es für die Mittzwanzigerin gerade die einzige Möglichkeit, ihrem Alltag einigermaßen nachzugehen. 

Unterstützung erhält sie von Freunden und ihrer Familie, die sich "sehr verständnisvoll" gegenüber ihrer schwierigen Lage zeigen.

Titelfoto: 123rf/ Shao-Chun Wang

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