Achtung, Kühlwassertrick! Wie Betrüger Autoverkäufer in Leipzig abzocken
Leipzig - Sie kommen als nette Kaufinteressenten, doch täuschen dann mit dem sogenannten Kühlwassertrick einen schweren Mangel vor, um den Preis zu drücken. Wer aktuell sein gebrauchtes Auto im Umkreis von Leipzig verkaufen will, sollte auf der Hut sein. Die Polizei warnt vor einer neuen Betrugsmasche.
Der Leipziger Hans-Dieter Schulz wandte sich an "Kripo live" und berichtete, wie er von den Betrügern hinters Licht geführt wurde.
Ende letzten Jahres wollte der Werbedesigner aufgrund einer schweren Erkrankung seinen VW Passat (Baujahr 2008) verkaufen und inserierte ihn im Internet. 1300 Euro verlangte er für seinen Wagen. Aus den Interessenten stach einer heraus: Er bot 300 Euro mehr für den VW. Schulz verabredete sich mit der Person auf einem Parkplatz.
Der Mann erschien in Begleitung seiner Familie. Alle drei fingen sofort an, den Passat gründlich zu inspizieren, und baten Schulz dabei auch, die Motorhaube zu öffnen. Zunächst schien alles in Ordnung zu sein, der Wagen hatte gültigen TÜV.
Doch dann zeigte der Mann Hans-Dieter Schulz seine mit Öl verschmierte Fingerkuppe: "Der hat die Haube aufgemacht, den Deckel des Überdruckbehälters für das Kühlwasser geöffnet und gesagt: Gucken Sie, hier ist Öl – die Kopfdichtung ist kaputt."
Der Polizei ist die Masche bekannt
Der Polizei ist die Masche bekannt: Die Täter präparieren einen Finger mit Motoröl, ziehen die Kuppe eines Gummihandschuhs darüber und halten ihn während des Gesprächs mit dem Verkäufer bedeckt. In einem unbemerkten Moment streifen sie das Gummi ab und tun so, als tauchten sie den Finger in das Kühlwasser.
"Die Täter tauchen fast immer als Gruppe auf", erklärt Polizeisprecher Paul Engelmann. "Das ist natürlich erstmal beeindruckend. Im Anschluss werden die Verkäufer unter Druck gesetzt, ihr Fahrzeug mit dem angeblichen Motorschaden noch heute zu verkaufen."
So lief es auch im Fall von Hans-Dieter Schulz. Die ganze Familie redete auf ihn ein und wollte statt 1600 Euro nur noch 500 Euro bezahlen. Der schwer kranke Mann willigte schließlich ein.
Doch es kam noch dicker: Die Daten auf dem Kaufvertrag waren falsch. Die Betrüger meldeten den Wagen nicht um, ließen sich immer wieder blitzen und begingen Verkehrsverstöße. Die Rechnungen landeten allesamt bei Hans-Dieter Schulz.
Die komplette Folge "Kripo live" seht Ihr jederzeit auf Abruf in der MDR-Mediathek.
Titelfoto: Berufsfeuerwehr Augsburg/dpa

