Auswilderungsprojekt in Sachsen: So steht es um die stark bedrohten Feldhamster
Von Birgit Zimmermann
Leipzig/Delitzsch - Ein Jahr nach dem offiziellen Beginn eines Projekts zur Auswilderung von Feldhamstern in Nordsachsen ziehen die Beteiligten eine positive Zwischenbilanz.
Die ausgewilderten Tiere hätten sich auf den Flächen vermehrt und ausgebreitet, teilte das Landesumweltamt mit. Zudem würden immer mehr Hamster nachgezüchtet. Mit einer neuen Zuchtstation würden die Kapazitäten weiter ausgebaut.
Die freigelassenen Feldhamster werden unter anderem mit Wildkameras beobachtet. Um den Erfolg des Vorhabens wissenschaftlich zu überprüfen, laufe derzeit ein umfassendes Monitoring.
Der Feldhamster gilt in vielen Regionen Deutschlands als vom Aussterben bedroht oder sogar bereits als ausgestorben.
In einer Pilotphase 2024/25 seien insgesamt 250 Feldhamster auf Feldern bei Delitzsch freigesetzt worden, in diesem Jahr kamen 93 weitere dazu. Die Tiere werden im Zoo Leipzig und in Partnereinrichtungen gezüchtet. Zusammen mit Landwirten werden zudem feldhamsterfreundliche Ackerkulturen erprobt. Ziel des Projekts ist es, bis 2031 in Nordsachsen eine sich selbsttragende Feldhamsterpopulation zu etablieren.
Das Projekt "LIFE4HamsterSaxony" begann im Oktober 2025 und läuft bis Ende 2031. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 12,2 Millionen Euro. Die EU fördert es zu 75 Prozent, den Rest tragen der Freistaat Sachsen, der Zoo Leipzig und der Landkreis Nordsachsen.
Titelfoto: Hendrik Schmidt/dpa
