Lange Umwege: Leipziger Großbaustelle wird zur Stolperfalle für Anwohner

Von Anke Brod

Leipzig - Bis Mai 2027 sollen im Leipziger Südosten die Bauarbeiten zur Modernisierung der Stötteritzer Straße und der Papiermühlstraße laufen. Ein Sanierungsziel ist dabei künftige Barrierefreiheit von Gehwegen und Haltestellen. Menschen mit Mobilitätseinschränkungen haben es dort aktuell eher schwer: Die zur Straßenquerung eingerichteten Behelfsschneisen zwischen einzelnen Baugruben sind für sie ein wahrer Hindernisparcours.

Die Wege über die Baustelle sind nicht eben und eine Herausforderung für alle, die nicht so gut laufen können.  © Anke Brod

Seit dem 9. März ist der Abschnitt zwischen Riebeck- und Arnoldstraße komplett für den Durchgangsverkehr gesperrt. Auch der öffentliche Nahverkehr ruht hier.

Anwohner und Gehbehinderte können den Ersatzverkehr zur Straßenbahnlinie 4 auf der parallel verlaufenden Holzhäuser Straße nutzen –  bis dahin geht es allerdings gut 800 Meter stetig bergauf.

Auch der Besuch beim Doktor ist für die Menschen beschwerlicher geworden. An der Papiermühlstraße ist zwar ein Hausarzt angesiedelt, größere Ärztehäuser oder Apotheken liegen indes oberhalb an der Holzhäuser Straße.

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Einkäufe bei Discountern in dem Bereich sind für körperlich eingeschränkte Menschen ebenfalls zur Abenteuertour geworden.

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Es wurden alternative Wege eingerichtet, allerdings sind sie oft ein ziemlicher Umweg.  © Anke Brod

Stolperfallen mit Ansage

Noch bis Mai 2027 wird gebaut.  © Anke Brod

Für Rollstuhlfahrer oder Personen mit Rollatoren ist das alles kaum machbar. "Es ist sehr schwierig", bestätigte eine junge Frau gegenüber TAG24, die gerade einer älteren Dame durch die Baustelle half.

Überdies wird teilweise der Zugang zu den Gebäuden eingeschränkt. Beim gleichzeitigen Glasfaserausbau werden nämlich Leerrohre vom Gehweg bis zur Hauswand verlegt. Das schafft zusätzliche Stolperfallen und Hindernisse.

Wie TAG24 es vor Ort selber sah, verlaufen die fußläufigen Behelfswege zwischen einzelnen Baugruben zur Straßenquerung alle 50 bis 100 Meter. Die Verantwortlichen wollen es den Bürgern prinzipiell also schon so leicht wie möglich machen.

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Eine Verbesserung der Mobilitätsengpässe dürfte es in diesem Bereich kaum geben –  vielleicht aber wäre Nachbarschaftshilfe ein guter Ansatz.

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