Böhse Onkelz in Leipzig: Spektakulärer 360-Grad-Rockgottesdienst auf heiligem Rasen

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Leipzig - Rund 54.000 Menschen strömten am Freitagabend zum ersten von zwei aufeinanderfolgenden Stadionkonzerten der "Böhsen Onkelz" in Leipzig und feierten dort über knapp zweieinhalb Stunden ausgelassen gemeinsam den Tourauftakt der Musiker aus Frankfurt.

Ausgelassene Stimmung im Innenraum der Red Bull Arena.
Ausgelassene Stimmung im Innenraum der Red Bull Arena.  © TAG24/Jan-Gerrit Vahl

Pünktlich um 20.30 Uhr betrat eine der wohl erfolgreichsten, wenn auch nicht ganz unumstrittenen Rockbands des Landes die runde Center-Stage in der Mitte der Red Bull Arena. Dort, wo sonst 90 Minuten lang dem Ball hinterhergejagt wird, veranstalteten sie ihren eigenen Gottesdienst der etwas anderen Art.

Dabei standen Sänger Kevin Russell (62), Bassist und Hauptsongwriter Stephan Weidner (63) und Gitarrist Matthias "Gonzo" Röhr (64) mit dem Rücken zueinander, den Blick jeweils nach außen gerichtet, um die vollen 360 Grad des Stadions zu rocken.

Nach jedem Song wurde auf der Bühne eine Position weiter rotiert, sodass das Publikum in jeder Himmelsrichtung jeden der Frankfurter im Verlauf des Abends zu Gesicht bekam.

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Schlagzeuger Peter "Pe" Schorowsky (61) hatte seine Drums gemeinsam mit seinem Sohn Vincent, der seit Jahren bei Liveauftritten der Band am Keyboard unterstützt, auf einer eigenen kleinen Bühne in der Mitte der Stage positioniert, die sich ebenfalls im Kreis drehte.

Umgeben von acht riesigen Traversentürmen, die mit Lautsprechern, Scheinwerfern und gigantischen LED-Screens versehen sind, feierten die Onkelz ab dem ersten Song (Lieber stehend sterben) ein fulminantes Spektakel.

Gelungener Auftakt zur neuen Arena-Tour

Schwarz war unbestritten die Farbe des Abends.
Schwarz war unbestritten die Farbe des Abends.  © TAG24/Jan-Gerrit Vahl

Insgesamt verlief der Auftakt zur "Mitten Unter Euch"-Tour der Onkelz (den Warmup-Auftritt am Mittwoch im Haus Auensee mal außen vor gelassen) beinahe reibungslos.

Lediglich beim Song "So sind wir" musste die Band im ersten Drittel aufgrund eines technischen Problems mehrfach ansetzen und auch bei den LED-Screens gab es den ein oder anderen Aussetzer.

Ansonsten wurde den Nichten und Neffen im Innenraum sowie auf den Tribünen alles geboten, was das Fanherz begehrt.

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Neben harten Rocksongs mit den klassischen Wir-gegen-die-, Bleib-dir-selbst-treu- und Gib-niemals-auf-Texten zum Mitgrölen wurden mit Stücken wie "H", in denen Russell von den Abgründen der eigenen Heroinsucht erzählt, auch ruhige Momente geboten.

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Acht riesige Säulen mit Lautsprechern, Scheinwerfern und LED-Bildschirmen umgaben die runde Center-Stage in der Mitte der Arena.
Acht riesige Säulen mit Lautsprechern, Scheinwerfern und LED-Bildschirmen umgaben die runde Center-Stage in der Mitte der Arena.  © TAG24/Jan-Gerrit Vahl

Kurz vor Schluss gab es dann noch den Klassiker "Mexiko" aus dem Jahr 1985 auf die Ohren, den die Band zur Unterstützung der deutschen Fußballnationalmannschaft bei der WM 1986 in Mexiko geschrieben hatte.

Dort heißt es:

"Senoritas im Arm
Tequila lauwarm
Vom Durchfall geplagt
Und von Fliegen gejagt
Im Land der Kakteen
Werden wir, Du wirst seh'n
Wieder Weltmeister, Weltmeister sein."

Titelfoto: TAG24/Jan-Gerrit Vahl

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