Einlass-Stopp für Kinder ohne Bronze-Abzeichen? Das sagen Leipzigs Bäder
Leipzig - Die Entscheidung eines Freibads in Verl (Nordrhein-Westfalen), Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren, nur noch mit einem Nachweis über das Schwimmabzeichen in Bronze, oder in Begleitung eines Erwachsenen einzulassen, hatte bundesweit hohe Wellen geschlagen. Als Grund für die drastische Maßnahme führten die Betreiber eine deutlich gestiegene Zahl an Badeunfällen ins Feld. Droht eine ähnliche Maßnahme bald auch in Leipzigs Bädern? TAG24 hat nachgefragt.
"In unseren Schwimmhallen und Freibädern erheben wir keine pauschalen Forderungen nach Schwimmabzeichen", sagte Katja Gläß, Pressesprecherin der Leipziger Sportbäder. Die Anlagen seien offen für alle Badegäste, klein wie groß.
"Gäste unserer Schwimmerbecken müssen, unabhängig vom Alter, allerdings über eine ausreichende Schwimmfähigkeit verfügen", erklärte Gläß. Das Personal habe dies jederzeit im Blick und spreche Personen, "bei offensichtlich fehlenden Fähigkeiten" darauf an. Im Zweifel müssten Schwimmhilfen getragen werden, oder aber der Schwimmerbereich dürfe nicht genutzt werden.
"Im Sinne der Sicherheit für die Badegäste sind wir da sehr strikt", so die Sprecherin. Nicht zuletzt lägen genau darin jedoch auch die entscheidenden Vorteile des Schwimmens unter Aufsicht gegenüber dem Baden in natürlichen Gewässern, wie Seen oder Flüssen.
Laut der Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) sind im vergangenen Jahr in Deutschland insgesamt 393 Menschen ertrunken, lediglich 15 davon kamen in Schwimmbädern ums Leben. Die meisten tragischen Unfälle mit tödlichem Ausgang ereigneten sich 2025 mit Abstand in Seen (146) und Flüssen (136). Insgesamt waren dabei 82 Prozent der Ertrunkenen männlich.
Leipziger Bäder wollen weiterhin auf Selbsteinschätzung vertrauen
Laut der Sprecherin der Leipziger Bäder gebe es bei einer möglichen Zulassungsbeschränkung und der damit verbundenen Kontrolle von Schwimmpässen weitere Probleme:
"Nicht immer sagen Abzeichen gänzlich etwas über die Schwimmfähigkeit aus. Schulen geben in Sachsen beispielsweise seit vielen Jahren keine Schwimmpässe, sondern lediglich einen Schwimmnachweis an die Schüler aus. Die Schwimmfähigkeit kann sich aber – unabhängig von einem Schwimmpass – mit dem Alter und der Übung positiv entwickeln."
Die Bäder der Messestadt wollen daher weiterhin auf die Selbsteinschätzung der Besucher vertrauen, was in der Mehrzahl der Fälle bisher gut funktioniert habe. "Das gilt bei Kindern, die allein ins Bad kommen, übrigens nicht nur fürs Schwimmen, sondern auch fürs Verhalten ganz allgemein", sagte Katja Gläß, Pressesprecherin der Leipziger Sportbäder.
Titelfoto: Sina Schuldt/dpa
