"Bedauere seinen Entschluss": Tino Chrupalla tritt nicht bei Leipziger OB-Wahl an

Von Eric Mittmann und Andreas Tappert

Leipzig - Es sollte der Coup im Rennen um das Leipziger Oberbürgermeisteramt werden. Nach dem Wahlerfolg in Sachsen-Anhalt gab die Leipziger AfD am Montag bekannt, Tino Chrupalla (51) aufstellen zu wollen. Nun soll sich der Bundesvorsitzende zu den Plänen geäußert und ihnen eine Absage erteilt haben.

Tino Chrupalla (51) wird nicht für das Amt des Leipziger Oberbürgermeisters kandidieren.  © Christoph Soeder/dpa

"Die AfD Leipzig bedankt sich bei unserem Bundessprecher Tino Chrupalla für seine Unterstützung bei unserer Spendenkampagne zur Oberbürgermeisterwahl in Leipzig 2027", erklärte der AfD-Kreisvorsitzende Siegbert Droese auf Anfrage.

Und weiter: "Ich bedauere daher seinen, gestern in einem freundschaftlichen Gespräch geäußerten Entschluss, nicht als Kandidat für die Oberbürgermeisterwahl in Leipzig zur Verfügung zu stehen."

Chrupalla engagiert sich bereits in Leipzig. Er ist das Gesicht einer Kampagne, mit der die Partei aktuell um Spenden für die OB-Wahl wirbt. Slogan der Aktion: "Wir werden Oberbürgermeister! Mit uns zählt Ihr Viertel wieder."

Leipzig Runter vom Gas! Auf dieser Straße in Leipzig gilt bald Tempo 30

"Unser Vorstand ist übereingekommen, Tino Chrupalla zu bitten, sich als unser Kandidat für die OB-Wahl aufstellen zu lassen", hatte Droese am Montag auf TAG24-Anfrage erklärt. "Vielleicht gelingt es uns, ihn zu gewinnen. Er ist das Gesicht der Ost-AfD und ein Pfund, mit dem wir wuchern können."

Anzeige

AfD letzte große Partei, die noch keinen Kandidaten nominiert hat

Mit diesem Flyer wirbt Chrupalla in Leipzig für seine Partei.  © AfD Leipzig

Dem Kreisvorsitzenden der AfD zufolge hat der Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt "eine starke Dynamik" in die Partei und in die Entwicklungen in Berlin getragen. Die Aufstellungsversammlung, in der die AfD Leipzig ihren Kandidaten für die OB-Wahl bestimmt, findet am 26. September statt - relativ kurz nach der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern.

Beobachter gehen davon aus, dass die AfD auch mit dem Rückenwind dieser Wahl in den Leipziger OB-Wahlkampf starten will.

In der Messestadt wird am 21. Februar 2027 ein neuer Oberbürgermeister gewählt. Amtsinhaber Burkhard Jung (68, SPD) tritt nicht noch einmal an.

Leipzig Unfall 40.000 Euro Schaden: Škoda-Fahrer rast mit über zwei Promille gegen Ampel

Seine Amtszeit endet am 28. März. Die AfD ist die letzte große Partei, die noch keinen Kandidaten nominiert hat.

Ihren Hut in den Ring geworfen haben bislang: Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter (52, SPD), CDU-Stadtfraktionschef Michael Weickert (36), Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke (49, Linke), Ex-Umweltminister Wolfram Günther (53, Grüne), FDP-Mann Alexander Türpe (42), Unternehmer Falk Fiebig (51) für die Europa-Partei Volt, Tom Rodig (38, "Die Partei"), der BSW-Landtagsabgeordnete Eric Recke (39) und der frühere Konsum-Chef Dirk Thärichen (56) als freier Kandidat.

Mehr zum Thema OB-Wahl Leipzig 2027: