OB-Kandidat Weickert drängt auf schnelle Entscheidung: RB Leipzig muss Kleinmesse-Gelände bekommen
Von Andreas Tappert
Leipzig - Der OB-Bewerber Michael Weickert (36, CDU) drängt auf eine schnelle Entscheidung im Endlosstreit um das Capa-Wäldchen. Falls er Oberbürgermeister wird, werde er sich für den Erhalt des Capa-Wäldchens und gegen den Verbleib der Kleinmesse am bisherigen Standort entscheiden, damit sich RB Leipzig erweitern kann, kündigte er gegenüber TAG24 an.
"Oberste Priorität hat für mich RB Leipzig", so Weickert. Seine Begründung: "RB ist ein mittelständisches Unternehmen und eines unserer wichtigsten Export-Produkte. RB ist für die Stadt eminent wichtig."
Wie berichtet, benötigt RB Leipzig für seine Erweiterungspläne das Gelände der Kleinmesse.
Weickert begründet seine Entscheidung auch damit, dass Leipzig priorisieren müsse. "Wenn RB unsere erste Priorität hat, dann muss die Kleinmesse eine andere Perspektive bekommen", sagt er. "Das ist nicht schön und das tut weh. Aber es ist nicht Aufgabe der Stadt, einen privaten Rummel zu betreiben."
Aus seiner Sicht ist es auch inakzeptabel, dass sich die Stadt schon fast sieben Jahre mit der Lösung dieses Problems befasst. "Ich möchte nicht wissen, wie viele Stadtmitarbeiter sich in den vergangenen Jahren mit der Kleinmesse beschäftigt haben", ärgert er sich. "Wenn ich OB bin, werde ich dieses Problem ernsthaft lösen."
Weickert zweifelt an, dass tatsächlich so viele Leipziger die Kleinmesse besuchen, wie viele im Stadtrat glauben. "Viele Leipziger können sich mit ihren Kindern einen Besuch nicht mehr leisten", sagt er und stellt die Frage: "Geht der normale Leipziger überhaupt noch auf die Kleinmesse?" Kinder und Jugendliche könnten auch Vorteile von der Förderung durch RB Leipzig nutzen.
Weickert fordert Alternativen und neue Denkansätze
Als Alternative für die noch vorhandenen Kleinmesse-Besucher schlägt er vor, Belantis zu stärken. "Wir könnten zum Beispiel mit einer besseren öffentlichen Nahverkehrsanbindung den Vergnügungspark Belantis besser erreichbar machen", schlägt er vor. "Das fände ich wesentlich besser, als an einer Kleinmesse am Cottaweg festzuhalten."
Mit dieser Verbindung könne Hartmannsdorf auch besser an den Südraum angebunden werden - als Entschädigung für die stärker werdende Belastung durch immer wieder neue Windkraftanlagen.
Weickert bringt auch einen ganz neuen Denkansatz in die Diskussion - ein "innerstädtisches Vergnügungszentrum wie den Prater".
"Das haben wir noch nicht ansatzweise diskutiert", sagt er. Falls sich die Kleinmesse profitabel betreiben lasse, müsste sich auch ein privater Investor finden lassen, der einen Alternativstandort für die Kleinmesse finanziert.
Der also einen neuen Platz findet und anmietet und ihn so ertüchtigt, dass dort künftig die Kleinmesse und andere Dinge im großen Rahmen stattfinden können. "Wir brauchen eine dauerhafte Lösung von März bis Oktober", betont der CDU-Politiker. "Ein privater Investor kann das meist besser als die öffentliche Hand." Bislang habe die Kleinmesse das Areal am Cottaweg von der Stadt gepachtet.
Für jeden neuen Alternativstandort müsse aber gelten: Es dürfe zu keinen neuen Abstimmungsproblemen zwischen der Kleinmesse und anderen kommen. "Sonst kommen wir vom Regen in die Traufe", so Weickert.
Titelfoto: Bildmontage: EHL Media/Erik-Holm Langhof; Silvio Bürger

