Wegbleibende Kunden, wegbrechende Einnahmen: Leipzigs Innenstadthändler fordern mehr vom neuen OB

Von Andreas Tappert

Leipzig - Die Oberbürgermeisterwahl rückt in den Fokus der Leipziger Innenstadthändler. Der Grund: In der City lässt die Besucherfrequenz nach, die Umsätze brechen weg. Vom neuen OB fordern sie bessere Erreichbarkeit, eine verlässlichere Verkehrsführung und weniger Dauerbaustellen.

Peter Zimmermann wünscht sich, dass die Kosten für den Handel gesenkt werden.  © Silvio Bürger

"Wir hören von Kunden, dass sie den Besuch von Leipzig meiden oder seltener planen", sagt Schuhhändler Peter Zimmermann aus der Hainstraße 12-14.

"Weil wegen des Rückbaus von Straßen und den damit verbundenen Staus die An- und Abfahrt mit dem Auto anstrengender und zeitaufwändiger sind. Auch den Ausfall von Straßenbahnen, zuletzt durch die schmelzenden Bitumen-Fugenmassen, merken wir sofort. Und die vielen Dauerbaustellen auch. Der neue OB muss dringend gegensteuern."

Das Schuhhaus Zimmermann ist eines der kleinen inhabergeführten Geschäfte in der City.

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"In diesem Jahr ist unser Umsatz stark rückläufig", erzählt der 51-Jährige. "So etwas hatten wir noch nie."

Gleichzeitig steigen die Kosten, etwa für Energie. "Wir wollen das aber nicht 1:1 an unsere Kunden weitergeben. Deshalb geht es uns nicht gut. Wir sparen, wo wir können, damit wir durchkommen."

Generell wünscht er sich: Die Kosten für den Handel senken, zum Beispiel durch niedrigere Gebühren für Werbeaufsteller. Weniger Bürokratie sowie schneller und unkompliziertere Genehmigungsverfahren. Und längere Anlieferzeiten. "Wenn uns die Anlieferer wenigstens bis 12 Uhr ansteuern dürften und nicht sofort die Politessen kommen, wäre schon etwas gewonnen."

Außerdem sollte der OB zwischen Händlern und Vermietern vermitteln. Viele Eigentümer lebten im Westen und hätten keinen Bezug zur Lage vor Ort. "Die Mieten sind vom Fachhandel nicht zu erwirtschaften. Sie müssen an die aktuellen Marktbedingungen angepasst werden."

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Sein Schuhhaus Zimmermann ist ein kleines inhabergeführtes Geschäft in der Hainstraße.  © Silvio Bürger

Handel und Gastronomie sollen gefördert werden

Auch Thomas Oehme, Center-Manager der Promenaden Hauptbahnhof, erhofft sich bessere Rahmenbedingungen vom neuen OB.  © Promenaden Hauptbahnhof Leipzig/PR

Thomas Oehme, Center-Manager des Leipziger Promenaden-Hauptbahnhofs und Sprecher der City-Händler, bestätigt den Trend. "Viele verbinden mit der Wahl die Hoffnung auf mehr Wirtschaftsorientierung", sagt er.

Erwartet würden verlässliche Rahmenbedingungen, eine enge Kommunikation mit den Akteuren der Innenstadt sowie die Stärkung von Handel, Gastronomie und Aufenthaltsqualität. Außerdem ein OB als "Botschafter", der Events, Kongresse und Kaufkraft in die Stadt hole.

"Der generelle Trend ist: Die Ertragslage wird schwieriger", so Oehme. Die Kunden seien preissensibler, verglichen mehr und verschöben größere Anschaffungen.

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Umso wichtiger seien daher Erreichbarkeit, Baustellenmanagement und schnelle Verwaltung. "Die Kostenentwicklung der vergangenen Jahre wirkt sich auf das Konsumverhalten aus."

Zugleich vollziehe sich ein tiefgreifender Strukturwandel. Die City wandle sich zum multifunktionalen Erlebnis- und Aufenthaltsort. "Leipzig kann im Osten eines der maßstabsetzenden Einzelhandelszentren bleiben. Das zeigen Neuansiedlung wie UNIQLO, NIKE und CoolBlue."

Für Oehme bleiben zentrale Aufgaben: Handel und Gastronomie fördern, Aufenthaltsqualität stärken und die Baumaßnahmen auf Grimmaischer und Petersstraße zügig fertigstellen - inklusive  Bepflanzung.

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