"Totgesagte leben länger": Das sagen die Highfield-Bands über das Festival-Aus
Großpösna - Nach 28 Jahren erlebt das Highfield am Sonntag seinen - vorerst - allerletzten Festivaltag. Zahlreiche Bands gaben sich über die Jahre am Störmthaler See und am Ursprungsort in Hohenfelden die Klinke in die Hand. TAG24 hat nachgefragt, wie sie über das Festival-Aus denken.
Für Ina Bredehorn aka "Deine Cousine" ist es längst nicht der erste Auftritt auf dem Highfield. Bereits zum dritten Mal stattet die Hamburgerin dem Störmthaler See einen Besuch ab.
Der bislang schönste sei ihr erster gewesen. "Weil wir damals noch am See gespielt haben und direkt von der Bühne ins Wasser konnten", sagte sie im Gespräch mit TAG24. "Das war auch so ein heißer Tag wie heute. Das muss man schon sagen: Da gibt es schlimmere Orte, um ein Festival zu spielen."
Für die Punk-Rockerin sei es traurig, wenn Orte wie das "Highfield" aufhören zu existieren. Sie selbst sei sich jedoch sicher: "Totgesagte leben länger. Vielleicht gibt es ja eine kleine Wiedergeburt."
Nähere Informationen zu einem Fortbestand des Highfields oder auch Gerüchte habe Bredehorn aber nicht. "Das ist einfach nur meine kleine Utopie."
Auch die Punkrocker von "Montreal" äußerten sich bei ihrem Auftritt am Sonntag hoffnungsvoll, dass in puncto Highfield noch nicht das letzte Wort gesprochen ist.
"Ich hoffe ja, dass es wie bei Bands ist. Sie lösen sich auf und kommen dann in drei Jahren noch größer wieder", sagte Bassist Sebastian Sievers und Gitarrist Yonas Farag ergänzte: "Wir sind ja keine großen Fans von Reunions, aber beim Highfield wären wir wieder dabei."
Jeden Morgen die wichtigsten Nachrichten direkt in dein Postfach.
- Lokale Nachrichten aus Leipzig & Umgebung
- Exklusive Hintergrundberichte
- Jederzeit abbestellbar
"Man merkt, dass gerade im Kultur- und Musikbereich jede Menge wegbricht"
Für "Hi! Spencer"-Sänger Sven Bensmann habe sich mit dem Auftritt am Freitag ein Kreis geschlossen. Vor zehn Jahren hätten er und Gitarrist Janis Petermann noch als Gäste auf dem Highfield gefeiert. 2022 erlebte die Band dann ihr Debüt auf der "Beach Stage", zum Abschluss wurde noch einmal die "Club Stage" gerockt. "Ich bin beseelt."
Auch Bensmann sei traurig gewesen, als er vom Ende des Festivals erfuhr. "Ich finde, dass das Highfield ein sehr besonderes Festival ist mit dem See. Und wenn ich in den letzten Jahren auf das Line-Up geschaut habe, hatte ich immer das Gefühl, dass man sich hier mehr Mühe gibt, coole Bands zusammenzustellen. Umso trauriger bin ich, dass ein Festival, das immer einen guten Ton getroffen hat, jetzt nicht mehr sein soll."
Für die Ska-Punker von "Sondaschule", die bereits zum vierten Mal auf dem Highfield zu Gast waren, sei es leider nicht das erste Festival, von dem sie sich verabschieden müssen. 2025 spielten sie bereits bei der letzten Ausgabe des "Olgasrock" in Oberhausen.
"Man merkt, dass gerade im Kultur- und Musikbereich jede Menge wegbricht", sagte Sänger Costa Cannabis gegenüber TAG24. "Gerade kleine Festivals kämpfen, aber wenn jetzt auch schon die großen ins Straucheln kommen, merkt man, dass da was im Argen liegt. Das tut schon weh und ich glaube, für die Region war das Highfield schon auch wichtig."
Titelfoto: Montage: Christian Grube

