Coronavirus in Leipzig: Ab sofort verschärfte Maskenpflicht in der Stadt

Leipzig - Leipzig in der Corona-Krise. In den vergangenen Monaten war die Zahl der Neuinfektionen nur langsam gestiegen. Nachdem die Maßnahmen immer mehr gelockert wurden, kehrte das öffentliche Leben zunehmend in die Stadt zurück. Doch nun steigen die Fallzahlen wieder deutlich an. Stand 30. Oktober hatten sich 1456 Bürger infiziert, der Inzidenzwert (Neuinfektionen der letzten sieben Tage auf 100.000 Einwohner) liegt bei 40,9. Sachsenweit gibt es mindestens 17.194 Infektionen.

Alle Infos zu den Auswirkungen des Coronavirus in Leipzig findet Ihr hier.
Alle Infos zu den Auswirkungen des Coronavirus in Leipzig findet Ihr hier.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Nach dem Lockdown in der Messestadt im Frühjahr wurden im Laufe der Sommermonate immer weitere Maßnahmen und Regelungen zur Bekämpfung des Coronavirus gelockert. Einen Rückblick der bisherigen Geschehnisse findet Ihr hier

Seit September allerdings scheint die Infektionsrate in Leipzig wieder Fahrt aufzunehmen, immer mehr Bürger haben sich in den letzten Wochen und Tagen mit der gefährlichen Atemwegserkrankungen infiziert. 

Weiterhin gilt deshalb die Maskenpflicht beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr. Sollte eine Inzidenz (Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage je 100.000 Einwohner) von 35 überschritten werden (Corona-Ampel auf Orange), muss der Mundschutz auch im öffentlichen Raum getragen werden.

Im Hinblick auf das nahende Weihnachtsfest ermahnte OB Burkhard Jung die Leipziger Bürger möglichst alle überflüssigen Kontakte zu minimieren und verstärkt auf die Hygieneregelungen zu achten. Auch der Leipziger Weihnachtsmarkt findet dieses Jahr nur eingeschränkt ohne Gastronomie statt. "Bitte achten Sie auf ihre Mitmenschen, damit wir Weihnachten mit unseren Familien gemeinsam verbringen können!", mahnte das Stadtoberhaupt jüngst. 

Stand Freitag (30. Oktober) gibt es in der Messestadt 1456 bestätigte Fälle. Viele Hundert Menschen befanden sich in häuslicher Quarantäne, der überwiegende Teil der Infizierten gilt aber als geheilt. 

Über alle weiteren Entwicklungen werdet Ihr in unserem Ticker informiert.

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UPDATE, 30. Oktober, 21.13 Uhr: Zoo Leipzig muss schließen

Am Wochenende haben Besucher vorerst zum letzten Mal die Chance in den Leipziger Zoo zu gehen. Denn ab Montag schließt der Tierpark seine Pforten bis zum 30. November. Grund ist die sächsische Corona-Verordnung.

Weitere Informationen dazu findet Ihr >>>hier.

UPDATE, 30. Oktober, 21.07 Uhr: Hoher Anstieg bei Corona-Neuinfektionen in Sachsen: 16 Tote

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen in Sachsen bewegt sich weiterhin auf sehr hohem Niveau. Wie das Gesundheitsministerium am Freitag mitteilte, wurden im Vergleich zum Vortag 1132 Infektionsfälle mehr durch Labortests bestätigt. 

Insgesamt haben sich in Sachsen bislang 17.194 Menschen nachweislich mit dem Virus infiziert, 9760 gelten als genesen. 316 Menschen starben an oder mit einer Covid-19-Erkrankung. Das sind 16 Todesopfer mehr als am Donnerstag.

Den größten Anstieg bei den Neuinfektionen binnen 24 Stunden verzeichnete die Stadt Dresden (192) vor dem Landkreis Bautzen (140) und dem Erzgebirgskreis (129). Der Wert der Neuinfektionen pro
100.000 Einwohner innerhalb einer Woche stieg landesweit auf 103.

Die vom Gesundheitsministerium veröffentlichten Zahlen können teils von denen der Städte und Landkreise und auch von denen des Robert Koch-Instituts abweichen. Das liegt nach Angaben der Behörden an den unterschiedlichen Meldezeiten der Neuinfektionen.

UPDATE, 30. Oktober, 19.06 Uhr: 253 Corona-Neuinfektionen in Sachsen-Anhalt

Die Zahl der täglich festgestellten Corona-Neuinfektionen in Sachsen-Anhalt steigt weiter. 

Von Donnerstag- bis Freitagvormittag kamen landesweit 253 Fälle hinzu, wie das Sozialministerium in Magdeburg mitteilte. Am Tag zuvor hatte das Plus bei 222 gelegen. Damit gab es in Sachsen-Anhalt binnen sieben Tagen 55,63 Neuinfektionen mit Sars-CoV-2 je 100.000 Einwohner. Am Donnerstag hatte der Wert noch bei 48,71 gelegen.

In Magdeburg, wo landesweit aktuell das stärkste Infektionsgeschehen herrscht, sind den Angaben zufolge 110,71 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner an sieben Tagen gemeldet worden. Am niedrigsten lag der Wert mit 13,73 in der kreisfreien Stadt Dessau-Roßlau.

Landesweit sind damit bisher insgesamt 5082 Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus erfasst worden. Aktuell gelten 1909 Menschen als infiziert. Derzeit sind laut Ministerium 25 Intensiv- und Beatmungsbetten mit Covid-19-Patienten belegt; 12 Erkrankte würden künstlich beatmet. Die Zahl der Gestorbenen, bei denen das Virus Sars-CoV-2 festgestellt wurde, stieg im Vergleich zum Vortag von 78 auf 79.

UPDATE, 30. Oktober, 17.20 Uhr: Tanz- und Theaterfestival Euro-Scene Leipzig abgesagt

Das Leipziger Tanz- und Theaterfestival Euro-Scene fällt der Corona-Pandemie zum Opfer. "Dass genau einen Tag vor der geplanten Festivaleröffnung der Beschluss der Bundesregierung, alle Veranstaltungen zu untersagen, in Kraft tritt, ist sowohl für die Compagnien als auch für das Publikum sehr tragisch", erklärte Festivaldirektorin Ann-Elisabeth Wolff am Freitag. 

Die 30. Euro-Scene war vom 3. bis 8. November unter dem Motto "Alles nicht wahr" geplant.

Noch vor einer Woche hatte Wolff gesagt, dass für sie eine Absage nicht in Frage komme. "Wer für die Kunst brennt, der sagt erst ab, wenn gar nichts mehr geht", sagte sie. Im konkreten Fall wäre es für sie ein erneuter bundesweiter Lockdown. Sie sollte Recht behalten. 

Für Wolff sollte es die letzte Euro-Scene werden. Die Langzeitdirektorin war von Beginn an bei der Euro-Scene dabei, seit 1994 leitet sie das Festival. Im nächsten Jahr tritt Christian Watty ihre Nachfolge an.

UPDATE, 30. Oktober, 15.44 Uhr: LVB und Polizei kontrollieren gemeinsam in Straßenbahnen

Mitarbeiter der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) und der Polizei Leipzig haben am Donnerstag zwischen 14 und 18 Uhr Fahrgäste in Straßenbahnen auf die Einhaltung der Sächsischen Corona-Schutz-Verordnung kontrolliert.

Wie die Polizei mitteilt, seien dabei zwei Verstöße gegen die Verordnung zum Tragen des Mund-Nasen-Schutzes festgestellt worden.

Die Polizeidirektion Leipzig plane auch weiterhin verstärkt Kontrollen durchzuführen.

UPDATE, 30. Oktober, 15.03 Uhr: Erneut viele Neuinfektionen in Halle: Keine Sportzuschauer erlaubt

Aufgrund der steigenden Corona-Infektionszahlen müssen Veranstaltungen im Sport in Halle bereits am Wochenende ohne Zuschauer stattfinden. Das betreffe unter anderem Spiele des Halleschen FC, sagte Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand (63, parteilos) am Freitag. 

Ziel sei, die Zahl der Neuinfektionen schnellstmöglich zu senken. Ab dem kommenden Montag gelte dann die neue Landesverordnung zur Eindämmung des Coronavirus. Sie sieht den Angaben nach massive Einschränkungen unter anderem für öffentliche Veranstaltungen, private Zusammenkünfte, Freizeitangebote und das Gastgewerbe vor. Den Betreibern von Gaststätten sicherte der Oberbürgermeister unterdessen Unterstützung bei der Bearbeitung von Förderanträgen zu.

In den fünf Krankenhäusern in Halle gelte seit Freitag wie zuvor angekündigt ein striktes Besuchsverbot. Nur in begründeten Ausnahmefällen - etwa in Palliativfällen oder bei Geburten - könnten Angehörige einen Zutritt bei den Zuständigen in den Kliniken erfragen, erklärten die Klinikverantwortlichen in einer gemeinsamen Erklärung.

Derzeit sei die Lage in den Einrichtungen unter Kontrolle. Jedoch sei das Besuchsverbot dringend notwendig, um massenhafte Ansteckungen der Patienten oder des Klinikpersonals zu vermeiden. Wie lange das Verbot gelte, hänge von der Entwicklung der Corona-Lage ab.

Am Freitag wurden in Halle 18 Neuinfektionen gemeldet, so Wiegand. Vor einer Woche waren es 23 Neuinfektionen. Die Inzidenz lag bei 55,30 - und somit noch immer über dem kritischen Wert von 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen, erklärte Wiegand.

Zudem wurde die Stadt Halle am Freitag darüber informiert, dass in der russischen Partnerstadt Ufa das Stadtoberhaupt, Ulfat Mustafin, an einer Lungenentzündung in Zusammenhang mit Covid-19 gestorben sei. Das sei "eine traurige Mitteilung", sagte Wiegand.

UPDATE, 30. Oktober, 9.15 Uhr: Sachsen-Anhalts Amateurfußball ruht von sofort an

In Sachsen-Anhalt wird von sofort an bis mindestens Ende November kein Fußball mehr im Amateurbereich gespielt. Einen entsprechenden Beschluss fasste das Präsidium des Fußballverbandes Sachsen-Anhalt (FSA) am Donnerstagabend. 

Das Gremium reagierte damit auf die Beschlüsse von Bund und Ländern vom Mittwoch zur Eindämmung der Corona-Pandemie, die unter anderen auch den Amateursport ab dem 2. November untersagen.

Da in einigen Regionen Sachsen-Anhaltsan diesem Wochenende kein Vereinssport mehr betrieben werden darf, fällt landesweit auch der Spieltag am 31. Oktober und 1. November aus. "Der Vorstand des FSA appelliert an jeden Einzelnen, die Situation ernst zu nehmen. Es geht um unsere Gesundheit und um die unserer Familien. Der Fußball spielt dahingehend nur eine untergeordnete Rolle", heißt es in einer Verbandsmitteilung.

UPDATE, 29. Oktober, 21 Uhr: Die aktuellen Zahlen aus Sachsen

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen in Sachsen ist binnen eines Tages dramatisch gestiegen und hat einen Höchstwert erreicht. Wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte, wurden im Vergleich zum Vortag 1166 Infektionsfälle mehr durch Labortests bestätigt.

Der bisherige Höchstwert war laut Ministerium am vergangen Montag mit 1444 Fällen erreicht worden. Allerdings wurden da die Zahlen vom Wochenende summiert.

Insgesamt haben sich in Sachsen bislang 16.062 Menschen nachweislich mit dem Virus infiziert. 300 Menschen starben an oder mit einer Covid-19-Erkrankung. Das sind neun Todesopfer mehr als am Mittwoch. 727 Corona-Patienten befinden sich im Krankenhaus, davon 147 auf der Intensivstation.

Den größten Anstieg bei den Neuinfektionen binnen 24 Stunden verzeichneten die Landkreise Mittelsachsen (182) und Bautzen (140).

Die aktuellen Corona-Zahlen in Sachsen.
Die aktuellen Corona-Zahlen in Sachsen.  © TAG24

UPDATE, 29. Oktober, 17 Uhr: Bibliotheken und Zoos sollen in Sachsen-Anhalt offen bleiben

Sachsen-Anhalt will neben Schulen und Kitas auch andere Bildungsangebote offen halten. Bibliotheken und Archive sollten geöffnet bleiben, ebenso Volkshochschulen, sagte Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD) am Donnerstag nach einer Kabinettssitzung in Magdeburg.

Auch Tierparks, Zoos und Botanische Gärten sollten im November weiter besucht werden können.

Angebote der offenen Kinder- und Jugendarbeit und Seniorenbegegnungsstätten sollten ebenfalls geöffnet bleiben, da habe man aus dem Frühjahr gelernt.

Sachsen-Anhalt wolle auch alle Dienstleistungsbetriebe der Körperpflege weiterarbeiten lassen, sagte Grimm-Benne. Dazu gehörten Kosmetiker ebenso wie Sonnenbanken und Fußpflege.

Geschlossen würden aber Theater, Museen, Konzerthäuser, Gedenkstätten, Freizeitparks und Kinos.

Die Regelungen sollen in eine zweite Änderung der aktuellen achten Corona-Eindämmungsverordnung einfließen, die am Montag in Kraft treten soll. Grundlage ist die Einigung von Bund und Ländern auf umfangreiche Maßnahmen, um die massiv steigende Zahl der Neuinfektionen zu verringern.

UPDATE, 29. Oktober, 16.40 Uhr: AfD beantragt Corona-Sondersitzung – Landtag in Sachsen-Anhalt muss einberufen werden

Der Landtag in Sachsen-Anhalt wird in einer Sondersitzung über den von Bund und Ländern beschlossenen Teil-Lockdown zur Eindämmung des neuartigen Coronavirus beraten.

Die 21 AfD-Abgeordneten und der fraktionslose Abgeordnete André Poggenburg beantragten am Donnerstag eine Sitzung des Landesparlaments mit einer aktuellen Debatte zu dem Thema, wie die Fraktion mitteilte.

Zuvor hatte schon die andere Oppositionspartei, die Linke, sowie die FDP eine Sitzung gefordert.

"Ich halte die Entscheidung der Bund-Länder-Telefonkonferenz für nicht geeignet, für nicht erforderlich und vor allem für unverhältnismäßig", erklärte AfD-Fraktionschef Oliver Kirchner. "Wir werden es nicht zulassen, dass unsere Gastronomie zum zweiten Mal geopfert wird, obwohl sich die Gastronomen vorbildlich an die Hygienekonzepte gehalten haben und Gaststätten laut RKI keine Corona-Hotspots darstellen."

Auch die geplanten Einschränkungen im Tourismus lehne er ab. Die Schließung der Gastronomie will die AfD mit einem Antrag verhindern.

Titelfoto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

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