Coronavirus in Leipzig: Normalität nach Ostern unwahrscheinlich

Leipzig - Leipzig in der Corona-Krise. Geschäfte, Schulen und zahlreiche andere Einrichtungen sind geschlossen, sämtliche Veranstaltungen abgesagt. Das öffentliche Leben wird immer mehr eingefroren. Stand 2. April hatten sich 350 Bürger infiziert, sachsenweit sind es mindestens 2411 - Tendenz steigend. 

Alle Infos zu den Auswirkungen des Coronavirus in Leipzig findet Ihr hier. 
Alle Infos zu den Auswirkungen des Coronavirus in Leipzig findet Ihr hier.  © Christian Grube

Die Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie sowie die Versuche, diese einzudämmen, haben immer mehr Einfluss auf die Menschen sowie das gesellschaftliche Leben in Leipzig.

Am Montag, dem 16. März wurden Schulen, Bibliotheken, Sporthallen Spielplätze, Bars, Clubs, Vereine, Kirchen, Bordelle, Outletcenter, und Gaststätten ohne Speiseangebot geschlossen. Für Gaststätten und Hotels gibt es Sonderregelungen.

Ausdrücklich NICHT geschlossen sind  Supermärkte, Getränkemärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Tankstellen, Banken und Sparkassen - aber auch Poststellen und Tierbedarfsmärkte oder der Großhandel. 

Am Sonntag (22. März) erließ der Freistaat Sachsen eine Ausgangsbeschränkung für den ganzen Freistaat. Die Leipziger Bürger sind nun angehalten, bis zunächst 5. April ihre Wohnungen nur für das Notwendigste zu verlassen. Dazu zählen Lebensmitteleinkäufe, Besuche von erkrankten Personen oder Bewegung an der frischen Luft.

Am Samstag (28. März) erklärte Kanzleramtschef Helge Braun, dass er nicht von einer Lockerung der Maßnahmen vor dem 20. April ausgeht. "Wir reden jetzt bis zum 20. April nicht über irgendwelche Erleichterungen", sagte der CDU-Politiker dem "Tagesspiegel". "Bis dahin bleiben alle Maßnahmen bestehen."

Stand Donnerstag (2. April) gibt es in der Messestadt aktuell 350 bestätigte Fälle. Viele Hundert Menschen befinden sich in häuslicher Quarantäne. 

Über alle weiteren Entwicklungen werdet Ihr in unserem Ticker informiert.

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UPDATE, 2. April, 14.20 Uhr: RB-Profis spenden Blut

Die Fußball-Profis von RB Leipzig spenden in der Corona-Krise ihr Blut in der Universitätsklinik der Messestadt. 

Wie der Verein am Donnerstag in einem Tweet mitteilte, unterstützten die beiden deutschen Nationalspieler Lukas Klostermann (23) und Marcel Halstenberg (28) das Klinikum mit ihrer Blutspende und riefen zugleich zum Nachmachen auf.

Die Aktion läuft im Rahmen der Club-Kampagne #WirAlle #GemeinsamHelfen. Die Profis spendeten bereits signierte Teamsachen für Versteigerungen und halfen zuletzt sozialen Institutionen.

Am Vortag hatten die Profis schon auf einen zweistelligen Prozentsatz ihres Gehaltes verzichtet, damit die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Vereins in der spielfreien Zeit abgesichert sind (TAG24 berichtete).

UPDATE, 2. April, 13.43 Uhr: Neue Zahlen aus Sachsen

Mit Stand 13 Uhr haben sich 2394 Menschen in Sachsen mit dem Coronavirus infiziert. 109 davon sind geheilt. Die Heilungen dürften höher liegen, da keine Meldepflicht besteht. 21 Menschen sind in Verbindung mit einer Infektion verstorben.

Die Plätze 1 bis 3 belegen weiterhin der Landkreis Zwickau (408 Fälle/6 Tote) sowie die Städte Dresden (398/4) und Leipzig (350/0). 

 
© TAG24

UPDATE, 2. April, 11.45 Uhr: Oper-Mitarbeiter nähen Dutzende Schutzmasken für Feuerwehr

Über 200 Mund- und Nasenschutzmasken haben Mitarbeiter der Oper Leipzig für die Kameraden der städtischen Feuerwehr genäht. 

UPDATE, 2. April, 11.40 Uhr: Vier Wertstoffhöfe öffnen wieder

Ab kommendem Dienstag (7. April) werden vier Wertstoffhöfe in Leipzig wiedereröffnet. 

Dann können bei den Adressen Lößniger Straße 7, Max-Liebermann-Straße 97, Augustiner Straße 8 und Dieskaustraße 188 Sperrmüll wie Matratzen und Möbel, Elektroaltgeräte, unbehandelte Altholze, Grünschnitt, Verpackungen aus Pappe und andere Wertstoffe immer Montag bis Freitag, 10 bis 18 Uhr, abgegeben werden. 

Die Schadstoffannahme in der Lößniger Straße bleibt geschlossen.

"Bei der Stadtsauberkeit im öffentlichen Raum sind zunehmend illegale Ablagerungen festzustellen. Doch Sauberkeit und Ordnung in Leipzig geht uns alle an", appellierte Ordnungsbürgermeister Heiko Rosenthal an die Eigenverantwortung der Bürger. "Jeder kann seinen Beitrag für eine saubere Stadt leisten. Dies gilt umso mehr, da der gemeinsame Frühjahrsputz mit den Vereinen und Bürgern in die- sem Jahr aufgrund der Corona-Krise leider nicht in der gewohnten Form stattfinden kann."

Thomas Kretzschmar, Erster Betriebsleiter des Eigenbetriebes Stadtreinigung Leipzig: "Wir bitten die Bürgerinnen und Bürger, vorab individuell zu prüfen, ob eine Entsorgung in der jetzigen Situation unaufschiebbar ist. Halten Sie generell einen Mindestabstand von zwei Metern zu anderen Kunden und zu unserem Personal."

UPDATE, 2. April, 11.30 Uhr: Zahnärzte müssen wegen fehlender Schutzmaterialien eher schließen

Fehlende Schutzmaterialien hat bei rund 20 Prozent der Zahnarztpraxen in Sachsen mittlerweile zu reduzierten Öffnungszeiten geführt. 

Darauf verwies Holger Weißig, Vorstandsvorsitzender der Kassenzahnärztliche Vereinigung Sachsen (KZVS), in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Demnach kommen zahlreiche der etwa 2700 Zahnarztpraxen im Freistaat nur noch mit großen Anstrengungen an die erforderlichen Hygieneartikel, die wegen der Corona-Pandemie derzeit äußerst rar sind.

"Unsere Zahnärzte wollen einerseits dem ärztlichen Ethos entsprechend ihren Versorgungsauftrag wahrnehmen und erfüllen, können andererseits aber die verpflichtenden Anforderungen nicht einhalten", sagte Weißig. Er verwies auf den enormen Kostenanstieg bei Schutzkleidung, aber auch darauf, dass diese für Zahnärzte kaum noch zu bekommen sei und wenn doch, dann zu horrenden Summen über dubiose Zwischenhändler und Fremdanbieter.

Weißig betonte, dass viele Zahnärzte mittlerweile improvisiert arbeiten, eigentliche Einmal-Artikel nicht mehr wegwerfen sondern wiederverwenden.

Eine Versorgungslücke für Patienten ist dadurch aber noch nicht entstanden. Aufgrund der Ausgangsbeschränkungen nehmen derzeit weniger Menschen Routinetermine wahr. Eine vollständige Auslastung der Praxen bleibt daher aus.

 
© Patrick Pleul/ZB/dpa

UPDATE, 2. April, 10.55 Uhr: Fahrspur vorm Hauptbahnhof für Fußgänger gesperrt

Aufgrund einer wegen des Coronavirus und der damit verbundenen Ausgangsbeschränkungen rückläufigen Zahl an Kraftfahrzeugen hat die Stadt Leipzig die linke Spur vorm Hauptbahnhof in Richtung Westen gesperrt

Sie kann ab sofort von LVB-Fahrgästen genutzt werden, die an der Zentralhaltestelle ein- und aussteigen. Damit werden Kontakte auf den Bahnsteigen verringert.  

Mehr Infos dazu >>>hier.
 
© Ökolöwe Leipzig

UPDATE, 2. April, 10 Uhr: Senioren eine Freude schenken

Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Leipzig ruft Kinder, Schüler, Eltern, Erzieher und Lehrer auf, den Bewohnern der Senioreneinrichtungen in Leipzig-Probstheida, -Lößnig sowie Böhlen und Kitzscher in Form eines Gedichts, einer Postkarte oder einer Zeichnung Freude zu schenken

Die Senioren können aus Schutz vor Corona-Infektionen seit dem 14. März keinen Besuch von ihren Angehörigen empfangen. Immerhin kann mittlerweile via Skype Kontakt aufgenommen werden. Das Personal bemüht sich zwar, die Bewohner zu beschäftigen und zu unterhalten, ein wenig kreative Geschenke von außerhalb würde aber für Abwechslung sorgen. 

Bilder, Texte, Briefe und Zeichnungen mit Infos zum Verfasser/Zeichner können per Post (>>>hier geht's zu den Adressen) oder per E-Mail an marketing@asb-leipzig.de gesendet werden. 

Von einer persönlichen Abgabe vor Ort bittet der ASB Leipzig abzusehen. 

UPDATE, 2. April, 9.50 Uhr: Brisant-Moderatorin muss sich jetzt selbst schminken

Brisant-Moderation Mareile Höppner (42) hat aufgrund der Kontakteinschränkungen wegen der Corona-Krise keine persönliche Maskenbildnerin mehr, sondern muss sich selbst vor den Sendungen schminken.

Mehr Infos und Zitate von ihr gibt's >>>hier

 
© Instagram/mareilehoeppner_official

UPDATE, 2. April, 7.50 Uhr: Haseloff sieht Normalität nach Ostern als unwahrscheinlich an

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (66, CDU) geht nicht davon aus, dass das Land in der Corona-Krise nach Ostern wieder zur Normalität zurückkehrt. 

Die Wahrscheinlichkeit, dass am 19. April ein normales Leben beginnen könne, sei sehr gering, sagte Haseloff am Donnerstag im MDR Hörfunk. "Wir sind noch mitten in der Anstiegsphase, und deswegen müssen wir jetzt wirklich alle zusammenstehen." 

Die Ministerpräsidenten der Länder und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatten sich am Mittwoch darauf verständigt, die Ausgehbeschränkungen bis Sonntag nach Ostern zu verlängern.

Das ganze Radio-Interview gibt's >>>hier

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (66, CDU)
Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (66, CDU)  © Peter Gercke/dpa-Zentralbild/dpa

UPDATE, 2. April, 6.42 Uhr: Viele Rasthöfe für Lkw-Fahrer geschlossen

In Zeiten der Corona-Krise sorgen Lastwagenfahrer für halbwegs volle Regale in unseren Supermärkten. Doch wegen den Auflagen haben viele Rasthöfe auf ihren Touren geschlossen, die Fahrer könnten weder auf Toilette gehen, noch sich duschen oder auch nur die Hände waschen. 

Den ausführlichen Bericht dazu lest Ihr >>>hier

 
© Pawel Sosnowski

UPDATE, 2. April, 6.15 Uhr: Die neuesten Infizierten-Zahlen aus Sachsen

Mit Stand Mittwochabend haben sich seit Ausbruch der Corona-Pandemie 2304 Menschen in Sachsen mit Covid-19 angesteckt, 157 mehr als am Dienstag. 332 der 2304 Personen wohnen in der Stadt Leipzig.

Mehr Fälle weisen nur der Landkreis Zwickau (379) und die Stadt Dresden (378). 19 Sachsen sind in Zusammenhang mit einer Infektion im Freistaat verstorben, auch hier stellen der LK Zwickau (6) und Dresden (4) die meisten, gefolgt vom Erzgebirgskreis (3). 

 
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UPDATE, 1. April, 21.25 Uhr: 806 Corona-Fälle in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt ist die Zahl der nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen bis Mittwochnachmittag (Stand 15.45 Uhr) laut Sozialministerium auf 806 Fälle gestiegen. Das waren 30 mehr als am Vormittag, wie das Ministerium in Magdeburg mitteilte. 

Acht infizierte Menschen sind der Übersicht zufolge bislang gestorben, 73 Patienten würden im Krankenhaus behandelt. Außerdem sind nach Schätzungen bisher 257 Infizierte im Land wieder genesen.

Titelfoto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa, TAG24

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