Absturz ins Papier-Zeitalter: Uni Leipzig seit Tagen down - Hackerangriff verschiebt Prüfungsfristen
Leipzig - Ein Hackerangriff versetzt die Universität Leipzig zurück in die 1990er-Jahre. Weil die IT-Systeme lahmliegen, müssen Studenten wie Lehrkräfte jetzt wieder auf Zettel und Stift zurückgreifen, was die digital geprägte "Generation Z" vor große Herausforderungen stellt. Immerhin bleibt nun mehr Zeit für Hausarbeiten und schriftliche Prüfungen.
Es sei eine ziemliche Ausnahmesituation, sagt Matthis Worschech (21) vom Leipziger Studentenrat. "Wir haben gerade keinen Zugriff auf unsere Studiendokumente, keinen Zugriff auf irgendwelche Modelle, um Abgaben zu tätigen", erzählt er.
Alles lief bislang über die Lernplattform Moodle und das zentrale Organisationssystem AlmaWeb. Doch beide sind down, seit die Universität nach einem Hackerangriff vor anderthalb Wochen sämtliche Server vom Netz nahm.
Auch die digitalen Informations- und Raumtafeln funktionieren nicht. Wo welche Seminare stattfinden, müssen die Studenten wie anno dazumal in Sekretariaten erfragen oder vom "Schwarzen Brett" ablesen. Manche Fachschaften organisieren sich über WhatsApp-Gruppen.
Auch an Literatur ist momentan nicht heranzukommen. Nicht nur an die digitalisierte - die Universitätsbibliothek (UBL) kann derzeit auch keine analogen Bücher verleihen. Lediglich in den Lesesälen der UBL können bereitliegende Medien genutzt werden.
Das Chaos wird vermutlich länger anhalten. "Wir müssen uns darauf einstellen, dass es Wochen in Anspruch nehmen wird, bis alle Systeme wieder am Netz sind und optimal laufen", teilt Rektorin Eva Ines Obergfell (54) auf der Not-Homepage der Uni mit.
Ein Gutes hat der System-GAU jedoch für die Studenten. Sämtliche Abgabefristen für schriftliche Prüfungen, Haus- und Abschlussarbeiten wurden auf den 20. November verschoben.
Titelfoto: Bildmontage: picture alliance/dpa ; Universität Leipzig ; Jan Woitas/dpa
