Jetzt brennt es auch in Sachsen! Angriff auf MAN-Niederlassung Leipzig
Leipzig - Ist der Feuer-Terror von Frankreichs Straßen bereits in Sachsen angekommen? Bei einem Brandanschlag auf die Leipziger Niederlassung des MAN-Konzerns sind in der Nacht zu Donnerstag Dutzende Lastwagen und Transporter abgebrannt. Beim Staatsschutz vermutet man, dass der Terrorakt mit den Aktivitäten des Lkw-Herstellers für Bundeswehr und Polizei zu tun haben könnte.
Es ist der bislang größte Brandanschlag auf einen Fahrzeughersteller in Sachsen. Gegen 2 Uhr morgens gingen am frühen Donnerstagmorgen an mehreren Stellen der MAN-Niederlassung an der Paunsdorfer Straße in Leipzig Lastwagen und Transporter in Flammen auf.
Die Feuerwehr war zwar schnell vor Ort, doch konnte sie letztlich nur das Übergreifen der Flammen auf Gebäude verhindern. Auf den Außenflächen brannten nach Angaben von Polizei und Unternehmen insgesamt 20 Fahrzeuge aus, weitere acht erlitten teils erhebliche Brandschäden.
Glücklicherweise sei niemand verletzt worden, sagte MAN-Sprecher Manuel Hiermeyer gegenüber TAG24. Zur Schadenshöhe könne er noch keine Angaben machen. Die Polizei geht nach ersten Ermittlungen von einem Gesamtschaden von mehreren Millionen Euro aus.
Da von einem politischen Hintergrund auszugehen ist, übernahm das Polizeiliche Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum (PTAZ) des Landeskriminalamtes die Ermittlungen. Bislang tauchte noch kein Bekennerschreiben auf, was auch damit zu tun haben könnte, dass einschlägige Internetseiten wie Indymedia aufgrund der weltweiten PHP-Sicherheitslücken im Internet am Donnerstag down waren.
Jeden Morgen die wichtigsten Nachrichten direkt in dein Postfach.
- Lokale Nachrichten aus Leipzig & Umgebung
- Exklusive Hintergrundberichte
- Jederzeit abbestellbar
Polizei bittet Kleingärtner um Aufzeichnungen von Wildkameras
Wie TAG24 aus Ermittlerkreisen erfuhr, prüft das PTAZ einen Zusammenhang mit dem Anschlag auf die MAN-Niederlassung Barleben (Sachsen-Anhalt), wo in der Nacht zum 24. September drei Lastwagen der Bundeswehr gebrandschatzt wurden. Damals bekannte sich eine "Rote Arbeiter Aktionsgruppe Ulrike Meinhof" zu dem Anschlag und bezeichnete diesen als "Abrüstungsinitiative".
Anders als in Barleben waren die jetzt in Leipzig zerstörten Lkw und Transporter allesamt zivile Fahrzeuge, wie Unternehmenssprecher Hiermeyer auf Anfrage erklärte. Darunter waren auch mehrere Fahrzeuge des Entsorgungsunternehmens Remondis, die hier zur Wartung standen.
MAN ist wegen seines Rüstungsengagements Zielscheibe von Extremisten. Mit Rheinmetall betreibt der Fahrzeugbauer ein Joint-Venture, das unter anderem militärische Systemträgerfahrzeuge (HX3) herstellt. Auch fertigt MAN Spezialfahrzeuge für die Polizei.
Die Ermittler begannen am Donnerstag, Überwachungsvideos in der Nähe befindlicher Betriebe und einer Tankstelle zu sichern. Zudem bittet das PTAZ Kleingärtner der an das MAN-Areal angrenzenden Gartensparten, die eine Wildkamera betreiben, Aufnahmen verdächtiger Personen zur Verfügung zu stellen. Die Ermittler vermuten, dass die Täter an dieser Stelle auf das Gelände gelangten. Hinweistelefon: 0351/8552055.
Titelfoto: 7aktuell.de/Eric Pannier

