Leipzig - Der Polizei ist ein Schlag gegen einen 20-jährigen Straftäter gelungen, der unter anderem einen 46-Jährigen bestohlen und mit einer Waffe bedroht hatte. Der junge Mann wurde vorläufig festgenommen und schließlich in sein Heimatland abgeschoben.
Anfang Juli hatte der Mann sich über Kleinanzeigen für ein Handy interessiert. Bei der Übergabe im Treppenhaus klaute er dann das Telefon, bedrohte einen 46-Jährigen und floh. Die Polizei hat daraufhin öffentlich nach dem 20-Jährigen gefahndet.
Nur wenige Tage später hatte er auf ähnliche Art und Weise versucht, einen 36-Jährigen auszurauben.
Den Leipziger Ermittlern gelang es über verschiedene elektronische Spuren den 20-Jährigen ausfindig zu machen, so Polizeisprecher Tom Erik Richter am Donnerstag in einer gemeinsamen Mitteilung mit der Staatsanwaltschaft.
Dabei fanden die Beamten auch Hinweise darauf, dass der junge Mann wohl vorhatte, das Land zu verlassen. Bereits vorher war er wegen anderer Delikte auffällig geworden.
Trotz Verurteilung kam der Mann nicht ins Gefängnis
Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft wurde am 15. Juli gehandelt. Im Rahmen einer Durchsuchung wurde der 20-Jährige vorläufig festgenommen und einem Haftrichter vorgeführt. Dieser vollstreckte einen Haftbefehl wegen des dringenden Tatverdachts der schweren räuberischen Erpressung, des versuchten schweren Raubes und wegen Fluchtgefahr.
Der Beschuldigte wurde in eine Jugendstrafvollzugsanstalt gebracht.
Am 5. Oktober wurde der 20-Jährige vom Amtsgericht Leipzig zu einem Jahr ohne Bewährung verurteilt. Die Justiz räumte jedoch einem Abschiebungsverfahren den Vorrang ein. Statt ins Gefängnis kam der Räuber direkt in eine Sicherungshaft und wurde am 6. Oktober nach Georgien abgeschoben.
Die Leipziger Ausländerbehörde hat ein fünf Jahre gültiges Einreise- und Aufenthaltsverbot ausgesprochen. Sollte der 20-Jährige wieder nach Deutschland einreisen, müsste er dann seine Jugendstrafe absitzen.