Explodierende Spritpreise und Leipzigs Elektrobusse stehen mal wieder still?

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Von Lutz Brose

Leipzig - Die aktuellen Preise für Diesel-Kraftstoff sorgen trotz leichter Entspannung weiter für Unmut. Das dürfte bei den Leipziger Verkehrsbetrieben (LVB) nicht anders sein, und ausgerechnet jetzt werden auf Leipzigs erster reiner E-Buslinie 89 meist Busse mit konventionellem Antrieb auf die Reise geschickt. Denn seit Januar kommt es zu Ausfällen der Ladestation an der Scheffelstraße.

Die Buslinie 89 sollte eigentlich rein elektrisch fahren, doch aktuell kommen vermehrt Verbrenner auf der Strecke zum Einsatz. (Archivfoto)
Die Buslinie 89 sollte eigentlich rein elektrisch fahren, doch aktuell kommen vermehrt Verbrenner auf der Strecke zum Einsatz. (Archivfoto)  © Lutz Brose

LVB-Sprecher Marc Backhaus klärt auf: "Die Ladestation am Connewitzer Kreuz ist aktuell gestört, die Versuche des Lieferanten (Siemens) waren bisher leider noch nicht erfolgreich. Einzelne Bauteile der Leistungselektronik sind nicht verfügbar, beziehungsweise haben eine ungewöhnlich lange Lieferzeit."

Auf dieser Linie sowie auf der 74 (Holzhausen – Leutzsch) und 76 (Probstheida – Herzzentrum)  kommen in der Regel Busse vom Typ SLF-120 electric des niederländischen Herstellers VDL Futura zum Einsatz. 21 solcher Fahrzeuge bestimmen seit knapp fünf Jahren das Stadtbild. Anlass, eine kurze Bilanz zu ziehen.

Dazu berichtet Marc Backhaus, "dass die SLF-120e, Stand 7.4.26, insgesamt 3.926.826 km auf dem Tacho haben, im Durchschnitt sind das gut 187.000 Kilometer".

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Noch beachtlicher ist die Umweltbilanz: "Aufgrund des 100%igen Ökostrombezugs haben die Elektro-Solobusse auf den 3.926.826 km im Vergleich zu Euronorm 6 – Diesel-Solobussen mehr als 3.400 Tonnen Kohlendioxidäquivalente eingespart", so Backhaus weiter.

"Kinderkrankheiten" bleiben bei neuen Technologien selten aus. So führten Fehler bei der 24-Volt-Batterie, beim Hochvoltsystem sowie bei Heizung, Kühlsystem und Türanlage zu insgesamt überschaubaren Ausfällen.

Immer wieder kommt es zu Pannen und Ausfällen bei der E-Bus-Flotte. (Archivfoto)
Immer wieder kommt es zu Pannen und Ausfällen bei der E-Bus-Flotte. (Archivfoto)  © Lutz Brose
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Defekte Bauteile sorgen für fehlerhafte Ladevorgänge

Die Öko-Bilanz der Elektrobusse ist laut den Verkehrsbetrieben trotz der "Kinderkrankheiten" durchaus beachtlich. (Archivfoto)
Die Öko-Bilanz der Elektrobusse ist laut den Verkehrsbetrieben trotz der "Kinderkrankheiten" durchaus beachtlich. (Archivfoto)  © Lutz Brose

Zu den defekten Ladestationen hatte sich Marc Backhaus auf Anfrage wie folgt geäußert: "Ausfälle an der Ladeinfrastruktur lassen sich in den meisten Fällen auf fehlerhafte Ladevorgänge zurückführen, die durch einen Neustart behoben werden können. Defekte an Bauteilen der Leistungselektronik betreffen unter anderem AC- und DC-Relais, IGBTs, Dioden sowie Steuerungsplatinen. Unser Lieferant (Siemens) hat zur Behebung dieser Fehler eine neue Platinen-Version angekündigt, die aktuell getestet wird und diese Ausfälle minimieren soll."

Noch mindestens fünf Jahre sollen Busse des Typs genutzt werden. Die LVB verfügen über insgesamt 38 Elektrobusse von VDL. Im Sommer soll der erste von 40 bestellten E-Bussen von Solaris Bus & Coach geliefert werden. Busse und Bahnen des polnischen Fahrzeugherstellers sind in Leipzig seit Jahren präsent und haben sich längst bewährt.

Parallel läuft der Ausbau der Ladeinfrastruktur auf dem Busport Lindenau auf Hochtouren. Mit neuen Freiabstellflächen, moderner Technik und zusätzlichen Netzanschlüssen soll diese bis Ende des Jahres fertiggestellt werden. Neubeschaffung und Ausbau werden vom Freistaat Sachsen gefördert.

Titelfoto: Lutz Brose

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