Leipzig - Seit den frühen Morgenstunden bekämpfen Leipzigs Feuerwehrkameraden einen Dachstuhlbrand im Stadtteil Connewitz. Einer, der den Brand unter anderem entdeckte, ist Handwerker Jan Jorek. Gegenüber TAG24 berichtete er von den dramatischen Momenten - und erklärte, warum die Feuerwehr noch immer mit den Löscharbeiten beschäftigt ist.
Als TAG24 mit dem Handwerker sprach, soll es aus der Richtung des Brandortes schon wieder gequalmt haben.
"Das Problem ist, dass das Feuer im Dach anfing. Die kriegen das nicht aus", sagte Jorek über die noch immer andauernden Löscharbeiten. "Das ist ja alles Holz, das beim Bau noch mit allem möglichen Material eingepackt wurde. Also Holz brennt ja eigentlich an einer Stelle, aber das brannte überall."
Der Leipziger, der nur wenig schlafe, sei in der Nacht wach geworden. Als er gegen 2.30 Uhr aus dem Fenster blickte, habe er Rauch und einen Lichtschein erblickt, und Sorge sei in ihm gekeimt. "Da ich früher mal Sanierungen in der 'Goldenen Krone' durchgeführt hab’, die ja schräg gegenüber liegt und in der es schon mal gebrannt hat, hatte ich Sorge, dass dieses Haus wieder betroffen ist."
Die Feuerwehr sei zu diesem Zeitpunkt bereits auf dem Weg gewesen. Wie TAG24 vonseiten der Rettungsleitstelle erfuhr, sollen mehr als 20 Anrufe zu dem Brand eingegangen sein. Die starke Rauchentwicklung war weit sichtbar gewesen.
Jan Jorek: "Das brannte über den kompletten Dachstuhl"
Später habe sich Jorek selbst auf den Weg zum Brandort gemacht, um zu sehen, was vor sich geht.
"Das brannte über den kompletten Dachstuhl. Die Feuerwehr hat über ihre Drehleitern von links und rechts gelöscht, um den Brand einzudämmen. Die Mitte haben sie ausgelassen. Das hat keinen Sinn, das zu löschen, das Holz brennt immer weiter", beschreibt er die Szenen.
Das Feuer war im Dachgeschoss der Wolfgang-Heinze-Straße 38 ausgebrochen, in dem sich unter anderem der beliebte Irish Pub "Black Label" befindet. Bisherigen Erkenntnissen nach ging der Brand von einer Küche in einer Dachgeschosswohnung aus und griff von dort auf den Dachstuhl über.
Fast 30 Personen mussten von der Feuerwehr vorübergehend evakuiert werden. Eine Bewohnerin (38) der Dachgeschosswohnung erlitt leichte Verletzungen durch Rauchgase und musste durch den Rettungsdienst behandelt werden. Die Leipziger Verkehrsbetriebe stellten einen Bus für all diejenigen zur Verfügung, die nicht kurzfristig bei Freunden oder Angehörigen unterkamen.
Die Höhe des entstandenen Sachschadens konnte zunächst nicht beziffert werden. Nach Einschätzung von Handwerker Jan Jorek könnte dieser jedoch aufgrund der Schäden bis in die Hunderttausende gehen.