Leipzig - Die Messestadt hat ein wachsendes Müllproblem. Die Menge an illegal abgeladenem Abfall ist in Leipzig zuletzt deutlich angestiegen und stellt die Verwaltung vor große Probleme.
Wie das Ordnungsamt jetzt bekannt gab, musste der Eigenbetrieb Stadtreinigung im vergangenen Jahr unfassbare 4471 Tonnen Müll sowie 3400 Elektrogeräte von öffentlichen Flächen entsorgen. Um sich diese gewaltige Menge einmal vorzustellen: Das entspricht ungefähr 60 voll beladenen Güterwagons.
Der Trend geht dabei steil nach oben, denn 2024 waren es noch rund 4010 Tonnen und im Jahr davor lediglich 2165 Tonnen Müll, die etwa in Parkanlagen, auf Gehwegen oder neben Altkleidercontainern landeten.
Die Beseitigung der Abfallberge kostete im vergangenen Jahr rund 684.000 Euro – Unsummen, für die letztlich die Allgemeinheit aufkommen muss.
Dabei stehen in Leipzig insgesamt 15 Wertstoffhöfe bereit, die Sperrmüll, Holz, Schrott, Elektrogeräte, Altpapier und Textilien völlig kostenlos annehmen.
Auch für Bauschutt und Schadstoffe gibt es spezielle Anlaufstellen wie die Wertstoffhöfe in der Geithainer Straße oder der Lößniger Straße. Wer nicht selbst fahren kann, kann die Abholung von Sperrmüll sogar ganz einfach per App, Website oder Telefon buchen.
Rekord-Bußgeld gegen Bauunternehmer
1369 Anzeigen gingen im vergangenen Jahr wegen abfallrechtlicher Verstöße bei der Zentralen Bußgeldbehörde ein. Insgesamt wurden daraufhin Buß- und Verwarnungsgelder in Höhe von mehr als 46.500 Euro verhängt – deutlich mehr als im Vorjahr.
Wie teuer das illegale Entsorgen von Müll dabei werden kann, bekam im Juni ein Unternehmer aus der Baubranche zu spüren. Für das illegale Abladen von knapp 48 Kubikmetern Abfall im Juni 2025 wurde ein Rekord-Bußgeld von 20.000 Euro gegen den Wiederholungstäter verhängt.
In diesem Fall hatten Leipziger Bürger an drei Tagen hintereinander mehrere Täter beim Abladen des Mülls an verschiedenen Orten beobachtet und die Behörden informiert.