Müll hat sich 2025 verdreifacht: Altkleider-Container versauen Stadtbild

Leipzig - Dass Leipzig eine schöne Stadt ist, ist wohl unumstritten. Besonders in den vergangenen Monaten hat sich aber ein bestimmter Schandfleck im Stadtbild herauskristallisiert: überquellende und vermüllte Altkleidercontainer. TAG24 hat bei der den Behörden nachgefragt, wie man das Problem unter Kontrolle kriegen will.

Der Altkleidercontainer in der Dufourstraße ist nur einer von vielen, der von großen Müll- und Textilienbergen umgeben ist.
Der Altkleidercontainer in der Dufourstraße ist nur einer von vielen, der von großen Müll- und Textilienbergen umgeben ist.  © TAG24/Juliane Bonkowski

"Der Alttextilmarkt befindet sich im Moment in einer kritischen Lage", erklärte das Leipziger Mobilitäts- und Tiefbauamt auf TAG24-Anfrage.

Aufgrund der durch Fast Fashion sinkenden Erlöse für Alttextilien gibt es inzwischen immer weniger Verwerter, die bereit sind, die Mühen und Kosten der Sammlung in den Kommunen auf sich zu nehmen. So auch in Leipzig, wo die Zahl der Container-Aufstell-Bewerber im vergangenen Jahr von 24 auf nur fünf gesunken ist.

Die aktuell in Leipzig angesiedelten Betreiber stoßen unterdessen immer mehr an ihre Grenzen. So sehen die Sondervereinbarungen mit der Stadtverwaltung vor, dass die Firmen die Flächen rund um ihre Container säubern müssen - keine einfache Aufgabe, denn allein im vergangenen Jahr hat sich die Menge der nicht-textilen Müllablagerungen verdreifacht.

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Die Hinweise über die nötigen Reinigungen der jeweiligen Nebenablagerungen gehen bei der Stadt ein und werden dann an die Firmen weitergeleitet. Diese müssen der Aufforderung innerhalb von 48 Stunden nachkommen. "Oftmals finden sich jedoch nach Reinigung des Standortes bereits wenige Stunden später neue Ablagerungen am selben Standort", so die Behörde.

Laut den vorliegenden Zahlen dreier privater Betreiber müssen diese monatlich circa 25 bis 30 Tonnen Fremdstoffe (dazu gehören Möbel, Elektrogeräte, Verpackungen) entsorgen. Jede anfallende Tonne kostet sie dabei circa 235 Euro.

Die Menschen legen inzwischen nicht nur Textilien, sondern auch Hausrat wie Matratzen, Koffer und Verpackungen ab.
Die Menschen legen inzwischen nicht nur Textilien, sondern auch Hausrat wie Matratzen, Koffer und Verpackungen ab.  © TAG24/Annika Rank
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Immer wieder werden die Container zudem zur Zielscheibe für Vandalismus und Brandstiftung, wie hier im Frühjahr 2025. Auch diese Schäden müssen von der Stadtreinigung oder den privaten Betreibern auf eigene Kosten beseitigt werden.
Immer wieder werden die Container zudem zur Zielscheibe für Vandalismus und Brandstiftung, wie hier im Frühjahr 2025. Auch diese Schäden müssen von der Stadtreinigung oder den privaten Betreibern auf eigene Kosten beseitigt werden.  © 7aktuell.de | Eric Pannier

Textilienberge in Leipzig: Das Problem mit den Altkleider-Containern

Jede Woche werden die städtischen Behälter geleert. Für ihre Touren brauchen die Mitarbeitenden inzwischen immer länger.
Jede Woche werden die städtischen Behälter geleert. Für ihre Touren brauchen die Mitarbeitenden inzwischen immer länger.  © Stadtreinigung Leipzig

Auch die Leipziger Stadtreinigung, die 41 der insgesamt 400 im öffentlichen Raum aufgestellten sowie 70 Container auf den Wertstoffhöfen betreibt, hat mit dem Problem der zunehmenden Vermüllung zu kämpfen.

So erfuhr TAG24 von einer Sprecherin, dass die Mitarbeitenden inzwischen deutlich länger für ihre wöchentlichen Sammel-Touren brauchen, da nicht nur die Menge der abgegebenen Textilien deutlich steigt, sondern sich natürlich auch um die Müll-Entfernung vor Ort gekümmert werden muss.

Besonders bitter: Die Textilien, die neben dem Container abgelegt und durch die Witterung verschmutzt und beschädigt werden, können nicht weiterverwertet werden, sondern müssen als Restabfall entsorgt werden.

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Das Mobilitäts- und Tiefbauamt appelliert deshalb an die Bürgerinnen und Bürger: Damit die Sammlung und Verarbeitung von Alttextilien reibungslos ablaufen kann, darf es keine illegalen Müllablagerungen an den Containern geben! Wird man dabei erwischt, droht ein saftiges Bußgeld.

"Letztendlich liegt es jedoch in der Verantwortung der Bürger und Bürgerinnen, durch ihr eigenes Handeln zu Ordnung und Sauberkeit in der Stadt beizutragen und Abfälle legal zu entsorgen", so die Sprecherin.

Titelfoto: Montage TAG24/Juliane Bonkowski ; TAG24/Annika Rank

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