Erstmals mit Symphonie-Orchester: Die Prinzen gehen wieder auf Tournee!
Leipzig - Die Prinzen wieder auf Tournee - am 12. Januar geht es los in Mannheim. Musikalisch verspricht die Show einerseits nichts Neues, andererseits Ungewöhnliches. Der Titel der Tour - "Symphonica 2026" - deutet an, was gemeint ist.
Die Prinzen setzen ihre lange Bandgeschichte in einen neuen Zusammenhang - mit großem Orchester auf Reise durch Konzerthäuser und Opernsäle, doch nicht als Bruch mit dem eigenen Stil, sondern als Erweiterung dessen, was ihre Musik seit jeher auszeichnet: mehrstimmiger Gesang, klare Melodien und ein ausgeprägtes Gespür für Sprache.
Im Mittelpunkt der Konzerte stehen die bekannten Songs aus mehr als drei Jahrzehnten Bandgeschichte. Titel wie "Millionär", "Alles nur geklaut" oder "Küssen verboten" bleiben in ihrer Grundform erhalten, werden jedoch symphonisch arrangiert und gemeinsam mit dem Orchester der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach aufgeführt. Die klassische Besetzung ergänzt die Band um Streicher, Bläser und orchestrale Dynamik, ohne den Fokus vom Gesang zu nehmen, der stets das Zentrum ihrer Musik war.
Die Idee, das eigene Repertoire in einem orchestralen Kontext zu präsentieren, ist eng mit dem 35-jährigen Bestehen der Band verbunden. Sänger Sebastian Krumbiegel (59) hat im Vorfeld der Tour deutlich gemacht, dass es dabei weniger um Nostalgie gehe als um Neugier und dass man nach so vielen Jahren nicht einfach dieselben Programme wiederholen wolle, sondern Lust habe, die eigenen Lieder neu zu betrachten und klanglich weiterzudenken.
Ähnlich äußerte sich Tobias Künzel (61). Ein Orchester sei für ihn kein dekorativer Zusatz, sondern eine Möglichkeit, Stimmungen, Ironie und Zwischentöne deutlicher hörbar zu machen. Die Arrangements der "Symphonica 2026"-Tour wollen diesem Ansatz folgen: Sie verdichten, erweitern und kontrastieren, statt die Songs zu überdecken. Neue Musik der Truppe war vor fünf Jahren auf dem Album "Krone der Schöpfung" erschienen.
"Symphonica 2026": So wandlungsfähig sind die Songs der Prinzen
Die Tour führt unter anderem in die Alte Oper Frankfurt, den Friedrichstadt-Palast Berlin, den Kuppelsaal Hannover, die Elbphilharmonie Hamburg und, am 18. Januar, den Dresdner Kulturpalast. Am 27. Mai ist Termin in Leipzig (Gewandhaus). Weitere Konzerte folgen. Die Wahl dieser Spielorte ist Teil des Konzepts: Die Konzerte sind weniger klassische Popshows als Abende, bei denen Band und Orchester gleichberechtigt auf der Bühne stehen und der Raum selbst zum Bestandteil des Klangs wird.
Auf der Bühne stehen die sieben Musiker, die den Kern der Prinzen bilden: Sebastian Krumbiegel und Tobias Künzel als prägende Stimmen der Band, Wolfgang Lenk (58), Jens Sembdner (58) und Henri Schmidt (57), die aus der a-cappella-Tradition der Gruppe kommen, sowie die später hinzugekommenen Instrumentalisten Mathias Dietrich (61, Bass) und Alexander „Ali“ Zieme (54, Schlagzeug). Gemeinsam tragen sie eine Bandgeschichte, die ihren Ursprung in ostdeutschen Knabenchören hat und sich Anfang der 1990er-Jahre in den Pop-Mainstream öffnete.
"Symphonica 2026" erzählt diese Geschichte nicht chronologisch, sondern musikalisch. Die Lieder, die viele aus Radio und CD kennen, erscheinen im orchestralen Rahmen größer, manchmal auch zurückgenommener, oft detailreicher. Es soll kein Versuch sein, Pop zur Klassik zu erklären, sondern ein Projekt, das zeigt, wie wandlungsfähig diese Songs sind – und wie selbstverständlich sie sich in einem anderen klanglichen Umfeld bewegen können.
Die Prinzen nutzen das Orchester nicht als Effekt, sondern als Werkzeug, um Bekanntes neu hörbar zu machen.
Titelfoto: imago/Future Image

