Leipziger Ehrenbürgerin Channa Gildoni mit 99 Jahren gestorben

Leipzig - Die Messestadt muss sich von einem ihrer Ehrenbürger verabschieden - am Dienstagmorgen ist die Holocaust-Überlebende Channa Gildoni im Alter von 99 Jahren im Kreis ihrer Familie verstorben.

Oberbürgermeister Burkhard Jung (64) mit Channa Gildoni (†99) im Sommer 2019 im Alten Rathaus in Leipzig.
Oberbürgermeister Burkhard Jung (64) mit Channa Gildoni (†99) im Sommer 2019 im Alten Rathaus in Leipzig.  © Stadt Leipzig/Mahmoud Dabdoub

Channa Gildoni wurde 1923 in Leipzig als einziges Kind des Ehepaares Moronowicz geboren. Über Ungarn floh ihre Familie wegen der Verfolgung durch die Nationalsozialisten nach Tel Aviv in Israel.

Zeit ihres Lebens setzte sich Gildoni für die Verständigung und Aussöhnung mit Deutschland ein, wurde Vorsitzende im Verband ehemaliger Leipziger in Israel und warb für das Besuchsprogramm der ehemaligen jüdischen Leipziger.

2022 wurde Gildoni dem Wunsch des Leipziger Stadtrats nach die Ehrenbürgerwürde verliehen, außerdem wurde sie mit dem Bundesverdienstkreuz und der Ehrennadel der Stadt Leipzig geehrt.

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"Trotz aller Schrecken, die sie in den 1930er-Jahren in Leipzig erleben musste, setzte sie sich für die Aussöhnung mit Deutschland ein. Sie war eine große Brückenbauerin, die die Verbindung in ihre alte Heimatstadt nie abreißen ließ", fand Oberbürgermeister Burkhard Jung (64, SPD) lobende Worte für die gebürtige Leipzigerin.

Die Verleihung der Ehrenbürgerwürde ist die höchste Auszeichnung der Stadt Leipzig. Seit 1832 hat die Stadt insgesamt 89 Ehrenbürger ernannt - sechs von ihnen wurde nach 1990 die Würde wieder aberkannt.

Titelfoto: Stadt Leipzig/Mahmoud Dabdoub

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