Neuer Trainer, EM und eigener TikTok-Kanal: Schachtalent Hugó (9) startet richtig durch
Leipzig - Das Ziel bleibt die Weltmeisterschaft: Nach der Teilnahme an der Schach-WM 2025 trainiert der junge Leipziger Hugó Keleti (9) weiter täglich, um irgendwann der beste Schachspieler auf Erden zu sein. In diesem Jahr will er sein Talent dafür bei der Europameisterschaft unter Beweis stellen. Sein Weg dahin war jedoch kein leichter.
Es sollte der Höhepunkt seiner bisherigen Karriere werden, doch es kam anders: Im September 2025 reiste Hugó nach Kasachstan, um zum ersten Mal an einer Schach-Weltmeisterschaft teilzunehmen. Seine ersten beiden Partien gewann er schnell und deutlich. Dann folgte etwas, womit niemand gerechnet hatte: "Ich hatte eine Lebensmittelvergiftung erlitten. Die Nacht über musste ich mich immer wieder übergeben", erinnert er sich gegenüber TAG24.
Hugó blieb tapfer, doch die Pechsträhne ging weiter. Als er in seiner nächsten Runde kurz vor dem Sieg stand, wurde die kasachische Metropole Almaty von einem Erdbeben erschüttert. Erst am Abend konnten die Wettkämpfe fortgesetzt werden. Hugó - ausgezehrt, weil er den Tag über nichts essen konnte - verlor die Partie. "Ab da ging es bergab."
Die Lebensmittelvergiftung sollte sich auch langfristig auf das junge Schachtalent auswirken. "Es war wie bei Long Covid. Die Vergiftung hatte sich auch auf seinen Kopf ausgewirkt. Sein Konzentrations- und Kombinationsvermögen hatten plötzlich nachgelassen", beschreibt es Hugós Vater Joshua Parksteinhoff.
Als er im November erstmals wieder an einem Turnier teilnahm, blieben die Leistungen zunächst noch hinter seinen Erwartungen zurück. Erst beim zweiten Anlauf lief es wieder.
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Hugó auf dem Weg zur EM: "Sein Trainer sagt, er wird von Woche zu Woche besser"
Inzwischen hat sich Hugó wieder zurückgekämpft. Bei der Deutschen Meisterschaft erreichte er Platz 10, erkämpfte sich ebenso viele Punkte wie der fünfte Platz, und er qualifizierte sich sogar für die diesjährige Europameisterschaft. Mit den Roten Rüben hat er inzwischen einen neuen Verein und mit dem ehemaligen Europameister und Schach-Großmeister Valentin Dragnev (27) einen neuen Trainer gefunden.
"Platz 30 wäre schon gut, Platz 20 wäre super und Platz 10 wäre genial", so die Erwartungshaltung des jungen Schachtalents für die EM, die im November auf Kreta stattfindet.
"Sein Trainer sagt, er wird von Woche zu Woche besser", sagt Papa Joshua stolz. Valentins Prognose zufolge könnte Hugó mit 13 bis 15 ebenfalls Großmeister werden, mit 18 bis 21 in die Weltspitze aufsteigen.
Zunächst steht jedoch das Turnier im November im Fokus. Gleichzeitig hat Hugó inzwischen auch einen eigenen TikTok-Kanal, auf dem er seine Geschichte erzählt.
Gleichzeitig ist die Hoffnung, damit auch Sponsoren aufmerksam zu machen. "Aktuell finanzieren wir Hugós Karriere selbst und stecken etwa 20.000 Euro im Jahr in die Entwicklung. Da Schach keine olympische Sportart ist, ist es schwer, dafür staatliche Förderung zu bekommen. . Wir machen das gern, aber natürlich würde uns die Unterstützung sehr helfen", so Hugós Papa.
Für die EM hat Papa Joshua zudem wieder eine Crowdfunding-Kampagne gestartet. Wer Hugó auf seinem Weg unterstützen möchte, findet diese unter: https://gofund.me/57b00718b.
Titelfoto: Montage: Silvio Bürger

