Studentin besucht Leipziger Veranstaltung und geht mit gruseligem Geschenk raus

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Von Tamina Porada und Susann Friedrich

Leipzig - Damit hat Chaewon Lee (29) nicht gerechnet: Die Musikwissenschaftsstudentin aus Korea ist am Donnerstagabend nichtsahnend in die Leipziger Oper gegangen. Dort bekam sie ein gruseliges Geschenk: den "Song ihrer Beerdigung".

Das Publikum ist Mitten im Geschehen.
Das Publikum ist Mitten im Geschehen.  © Susann Friedrich

Die Oper zeigt gerade ein besonderes Theaterprojekt. In "Unterwelten" öffnet sie ihre sonst für das Publikum nicht zugänglichen Kellerräume und lädt die Zuschauerinnen und Zuschauer ein, verborgene Türen zu öffnen und individuelle Entscheidungen zu treffen.

Der Name des Projektes ist Programm, denn es geht in die Vorhölle und schließlich auch in die Hölle. Aufgezogen wird das Ganze um die Oper "Orpheus und Eurydike" herum, aber das Publikum spielt auch aktiv eine Rolle.

"Je nachdem, was jeder Mensch selber für Erfahrungen mit sich rumträgt oder was er davon erwartet, dürfte alles Einfluss auf dieses Theaterprojekt genommen haben", sagte die Zuschauerin Claudia Eckstein im Nachhinein zu TAG24.

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Die Touristin aus Rosenheim besuchte das Stück zusammen mit ihrer Familie und war begeistert. "Diesen demokratischen Prozess habe ich so noch nicht erlebt und fand das einfach grandios", schwärmte sie.

Die Koreanerin Chaewon Lee fand die Aufführung auch beeindruckend, ihr besonderes Geschenk am Ende schockierte sie dann aber schon. Trotzdem nahm sie den "Song ihrer Beerdigung" tapfer mit und ließ sich darauf ein.

Chaewon Lee (29) ging mit dem Song ihrer Beerdigung nach Hause.
Chaewon Lee (29) ging mit dem Song ihrer Beerdigung nach Hause.  © Susann Friedrich
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Aus der Vorhölle wird das Amt zur Unterwelt.
Aus der Vorhölle wird das Amt zur Unterwelt.  © Susann Friedrich

Das Stück wird nur noch ein paar Mal aufgeführt

Die Oper "Orpheus und Eurydike" ist die Basis für das besondere Theaterstück. Wie Orpheus steigen die Zuschauer herab in die Unterwelt.
Die Oper "Orpheus und Eurydike" ist die Basis für das besondere Theaterstück. Wie Orpheus steigen die Zuschauer herab in die Unterwelt.  © Susann Friedrich

"Es ist für jüngere Opernbesucher einfacher, sich in klassische Opern einzufühlen bzw. sie zu verstehen", sagte die Studentin aus Pusan anschließend.

Was sie mit ihrem persönlichen Stückchen Hölle machen wird und wie der Song letztendlich klingt, ließ sie offen.

Die Oper wird das Stück insgesamt nur ein paar Mal aufführen. Die restlichen Termine sind am heutigen Freitag und am kommenden Sonntag.

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Reguläre Tickets sind ausverkauft, allerdings gibt es auf der Webseite der Oper eine Warteliste und eine Ticketbörse.

Titelfoto: Susann Friedrich

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