Was Porsche mit der Orgel von Sachsens berühmter Wendekirche zu tun hat

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Leipzig - Die Orgel der Leipziger Nikolaikirche ist sozusagen nicht nur die rasanteste, sie ist wörtlich der "Porsche" unter Sachsens Orgeln. Was 2004 beim Neu-Tuning der Orgel noch nicht umgesetzt wurde, holte der Sportwagenhersteller jetzt nach. Das feiern Porsche und die Nikolaikirche mit einer Festwoche.

Gegen das riesige Orgelprospekt wirkt Kantor Markus Kaufmann (33) geradezu klein.
Gegen das riesige Orgelprospekt wirkt Kantor Markus Kaufmann (33) geradezu klein.  © picture alliance/dpa

Das typische Porsche-Design spiegelt der Spieltisch bereits seit 2004, erklärt Kantor Markus Kaufmann (33) während einer Orgelführung.

Neu dazugekommen sind drei neue Klangfarben, erzählt er. Sie waren 2004 bei Rekonstruktion, Neubau und Erweiterung der Ladegast-Eule-Orgel schon geplant, wurden aber erst in diesem Jahr umgesetzt. "Damit ist die Orgel jetzt vollendet."

150.000 Euro hat Porsche dafür lockergemacht. Der Spieltisch bietet den vollen Porsche-Komfort, erklärt der Kantor.

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Drei Tachos übersetzen den Ladestand der Schwellwerke auf das "Armaturenbrett". Setztasten ermöglichen ähnlich wie Fahrzeugassistenz-Systeme die vorherige Einspeisung von Klangfarben, die während des Spielens auf Knopfdruck abgerufen werden können.

Eine "Rückfahrkamera" zeigt dem Organisten, der mit dem Rücken zum Kirchenraum sitzt, an, was unten passiert.

Wie ein gewachsener Wald sind die Pfeifen im Innern der Orgel aufgereiht. Rund zwei Drittel sind Originalbestand.
Wie ein gewachsener Wald sind die Pfeifen im Innern der Orgel aufgereiht. Rund zwei Drittel sind Originalbestand.  © Ralf Seegers
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Leipziger Luxus-Orgel: 6880 Pfeifen über neun Meter

Am liebsten spielt Kaufmann Werke auf der Orgel, die eigentlich für Orchester komponiert sind. Dann kann er die gesamte Palette an Klangfarben "ausspielen".
Am liebsten spielt Kaufmann Werke auf der Orgel, die eigentlich für Orchester komponiert sind. Dann kann er die gesamte Palette an Klangfarben "ausspielen".  © Ralf Seegers

Dann geht es ins Innere der Orgel.

"Ich sage immer, man geht hier wie durch einen gewachsenen Wald", so Kaufmann. Zwei Drittel der Pfeifen sind Originalbestand und stammen noch aus dem Jahr 1862.

6880 Pfeifen sind es heute insgesamt, die größte ist über neun Meter lang.

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Zwei der drei neuen Klangfarben sind keine Pfeifen, zwei von ihnen sind nach Fahrzeugmodellen von Porsche benannt. "Panamera ist so etwas wie ein leises Glockenspiel, Macan ein Röhrenglockenspiel", erläutert Kaufmann und zeigt dann auf die "Vox Populi" (Stimme des Volkes).

Die Pfeife braucht fünfmal so viel Luft wie die anderen und hat ein eigenes Hochdruckgebläse, einen Turbo sozusagen.

Wieder draußen blickt Kaufmann auf den Porsche-Namenszug am Spieltisch: "Die Verbindung von Automobil und Orgel gibt's nur hier."

Vom 24. bis 31. Oktober darf er bei den 18 Konzerten im Rahmen der Festwoche selbst so richtig Gas geben. Konzertprogramm: nikolaikirche.de.

Titelfoto: Bildmontage: Ralf Seegers; picture alliance/dpa

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