Großpösna - Die Feste sind gefeiert, die Lieder sind gesungen, die allerletzte Ausgabe des Highfields ist vorüber. Am letzten Tag der Mega-Party am Störmthaler See bei Leipzig zollten noch einmal langjährige Begleiter wie "Feine Sahne Fischfilet", "Marteria" und die "Beatsteaks" dem Festival Respekt. TAG24 war ein letztes Mal dabei.
Fast alle der am Sonntag vertretenen Acts und Bands waren bereits zuvor auf dem Highfield zu Gast, viele von ihnen sogar mehrfach.
Einzige Ausnahme: Singer-Songwriterin Jolle, die für Sängerin "Anai" einsprang, pünktlich um 13.30 Uhr den Start übernahm und mit eingängigen Pop-Songs für Begeisterung sorgte. Eine Musikerin, die durchaus öfter und an prominenterer Position auf dem Musikfestival hätte vertreten sein können, hätte das unversehene Aus da keinen Strich durch die Rechnung gemacht.
Was folgte, war ein klassisches Highfield-Programm aus Punk, Hip Hop und Crossover.
"Montreal" zogen direkt mit Songs wie "Katherine Katherine" und "Endlich wieder Discozeit" das Tempo an. Viermal waren die Hamburger bereits auf dem Highfield zu Gast, zeigten sich am Sonntag hoffnungsvoll, dass es doch noch mit dem Festival weitergehen werde. "Ich hoffe ja, dass es wie bei Bands ist. Sie lösen sich auf und kommen dann in drei Jahren noch größer wieder", sagte Bassist Sebastian Sievers.
"Kafvka" und "Soho Bani" sorgten mit Crossover und fetten Beats für Partystimmung. Dann war es auch schon Zeit für das erste Highlight: "Feine Sahne Fischfilet".
"Es war immer wieder was besonderes, hier spielen zu dürfen"
Das Quintett aus Mecklenburg-Vorpommern hatte ein Best of ihrer größten Hits im Gepäck, darunter "Alles auf Rausch", "Zuhause", "Wasted in Jarmen" und natürlich "Komplett im Arsch", bei dem sogar Rapper Marten Laciny (43) alias "Marteria" unterstützte.
"Für uns ist es eine Riesen-Ehre, hier spielen zu dürfen", sagte "Feine Sahne"-Sänger Jan "Monchi" Gorkow (38) während der Show. "Wir haben schon 2013 das erste Mal hier spielen dürfen, da hat uns noch kein anderes Festival geholt. Ich glaube, da waren 500, 600 Leute vor der Bühne - und diese Leute haben uns immer wieder geholt. Es war immer wieder was Besonderes, hier spielen zu dürfen. Und es tut uns in der Seele weh, dass das hier nun vorbei ist."
"Deine Cousine", die 2023 ihr Highfield-Debüt auf der "Beach Stage" feierte und inzwischen ebenfalls drei Besuche für sich verbuchen kann, schloss sich mit noch mehr Punkrock an die Rostocker an. "Totgesagte leben länger", hatte sie zuvor über das "Highfield" gesagt. "Vielleicht gibt es ja eine kleine Wiedergeburt."
"Marteria", der mit seinem Alter-Ego "Marsimoto" fünf Auftritte auf dem Highfield für sich verzeichnet, lieferte zum Abschluss ebenfalls noch einmal ein Best of seiner größten Festival-Hits. "Vielen Dank, dass ihr alle hier seid. Dass wir das noch einmal gemeinsam erleben können", wandte auch er sich an die Menge vor der Bühne. Zum Abschluss begab sich der Rapper denn selbst in den Mosh Pit, um mit den Fans zu feiern.
Es folgte Singer-Songwriterin Dilla, dann war es auch schon Zeit für den krönenden Abschluss: die "Beatsteaks".
"Das ist das letzte Konzert auf diesem Festival"
Die Berliner starteten pünktlich um 22.30 Uhr mit DEM Festival-Hit "Summer", worauf weitere Kracher wie "To Be Strong", "Hand in Hand" und "I Don't Care As Long As You Sing" folgten.
"Highfield, das ist das letzte Konzert auf diesem Festival", machte Frontmann und ewige Rampensau Arnim Teutoburg-Weiß sogleich klar, worum es sich bei diesem Auftritt handelt - und die Fans gaben noch einmal alles.
Immer wieder sang die Menge ausgiebig mit, sprang zu "Let Me In" und tanzte zu den Grooves von "Cut Off The Top" oder auch "Gentleman Of The Year". Höhepunkt auch diesmal wieder: Das von Gitarrist Peter Baumann in bester Berliner Schnauze vorgetragene "Hey Du".
Als Zugaben folgten "Hello Joe" und der Klassiker "Frieda und die Bomben", dann war es um das Highfield geschehen. Nach 28 Jahren hat das Festival aufgehört zu existieren - vorerst, wie es Veranstalter FKP Scorpio erklärte.
Bleibt zu hoffen, dass das Unternehmen in naher Zukunft tatsächlich mit einem neuen Konzept aufwarten kann und das Festival zu neuem Leben erwecken kann. Für die Region ist am Sonntag vorerst ein wichtiger Anker in der Musiklandschaft weggefallen.