Mere in Leipzig: So sieht es mittlerweile im Russen-Discounter aus

Leipzig - Die Ungewissheit bei Kunden und Konkurrenz war groß, die realitätsfernen Preise hingegen ganz klein: Mit viel Tamtam eröffnete am 29. Januar die erste Mere-Filiale Deutschlands an Leipzigs nordöstlicher Stadtgrenze (TAG24 berichtete). Zum Jahresende stattete TAG24 dem Billigst-Discounter einen neuen Besuch ab. Was hat sich verändert? Was nicht?

Weiterhin wird von Paletten verkauft. Die provisorisch angebrachten Preisschilder sind teilweise durcheinander, hängen aber größtenteils richtig.
Weiterhin wird von Paletten verkauft. Die provisorisch angebrachten Preisschilder sind teilweise durcheinander, hängen aber größtenteils richtig.  © Nico Zeißler

Am Eröffnungstag rannten die Kunden den frisch installierten Mitarbeitern im Einkaufspark "Portitz-Treff" an der A14 die Bude ein. An den drei Kassen stauten sich die teilweise randvollen Wägen, die Kassiererinnen verzweifelten, der Markt wurde leergefegt. So stark, dass Mere schon nach der ersten Woche für drei Tage schließen musste (TAG24 berichtete).

"Wir warten auf Lieferung, wir haben es nicht geschafft, neue Waren zu besorgen", erklärte eine Sprecherin der TS Markt GmbH, zu der Mere gehört, TAG24 damals. Mit derart großem Kundenaufkommen habe man schlicht nicht gerechnet.

Am Eröffnungstag beklagten Kunden gegenüber TAG24, dass bei Mere kein Wocheneinkauf möglich ist. Butter, Eier, Nudeln, Salz, Obst und Gemüse waren nämlich Mangelware. "Das Sortiment ist ausbaufähig. Wir hoffen, dass es noch angepasst wird", so ein Rentner-Ehepaar damals.

Wocheneinkauf weiterhin nicht möglich, dafür viele neue Waren

Fruchtsäfte gibt's genug. Hinten räumt eine Mitarbeiterin in Mere-Oberteilen Ware ein.
Fruchtsäfte gibt's genug. Hinten räumt eine Mitarbeiterin in Mere-Oberteilen Ware ein.  © Nico Zeißler

Elf Monate später hat sich einiges getan in dem knapp 1000 Quadratmeter Markt, der zur russischen Torgservis-Unternehmensgruppe gehört.

Milch, Konserven und Fruchtsäfte werden nach wie vor auf Paletten angeboten. Die Preisschilder sind provisorisch auf gelben A4-Zetteln angebracht, es gibt weiterhin vier Gänge sowie einen Kühl- und Tiefkühlbereich.

Im Kühlschrank liegen aber nicht mehr Dutzende 500-Gramm-Packungen Hackbraten übereinandergestapelt, es sieht deutlich ordentlicher und ansehnlicher aus - den Umständen entsprechend. Die Auswahl erscheint deutlich größer, jetzt finden sich auch Spare Ribs (500g) für knapp 2,70 Euro im Regal.

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Die Marken und Hersteller sind weiterhin größtenteils aus Tschechien und Polen, die ausländischen Produktetiketten meist mit deutschen überklebt. Obst, Gemüse und andere frische Artikel gibt es noch immer nicht, auch Zucker, Mehl und Nudeln fehlen.

Jetzt gibt's auch Bier!

Mittlerweile wird auch Bier verkauft.
Mittlerweile wird auch Bier verkauft.  © Nico Zeißler

In Sachen Getränken hat sich etwas getan.

Mittlerweile finden sich 3-Liter-Flaschen Eistee für aberwitzige 68 Cent auf den Paletten, auch mehrere Biersorten haben es in den Mere-Markt geschafft. Milch gibt's nach wie vor ab 49 Cent, seit neuestem sogar Nordbrand Pfeffi (1 Liter) für 4,99 Euro, Tequila Silla Silver (9,77 Euro), Kräuterschnaps, Eierlikör und Amaretto.

Brotaufstrich für den Morgen gibt es in Form von Marmelade und Honig. Das Bienenprodukt geht für 1,36 Euro im 1-Kilo-Töpfchen über die Theke. Dazu kommen Hausgeräte wie Wasserkocher, Pürierstab oder Kaffeemaschine, die teilweise deutlich unter 10 Euro kosten.

Optisch gibt es auch Veränderungen: Das Personal trägt nun auffällig gelbe Kleidung. Und es werden nach wie vor Verkäufer für 35 bis 40 Stunden pro Woche gesucht.

Die Öffnungszeiten haben sich leicht verändert. Hatte der Discounter anfangs Montag bis Samstag jeweils 9-19 Uhr geöffnet, ist der Shoppingspaß samstags nur noch bis 17 Uhr möglich.

Montags bis freitags hat der Mere-Markt 9-19 Uhr geöffnet, am Samstag nur bis 17 Uhr.
Montags bis freitags hat der Mere-Markt 9-19 Uhr geöffnet, am Samstag nur bis 17 Uhr.  © Nico Zeißler

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