Raketen-Fabrik in Leipzig: US-Firma Covenant schreibt bereits Jobs aus, Werk soll in zwei Wochen eröffnen
Leipzig - Bislang war von ersten Gesprächen die Rede, nun macht das US-Rüstungsunternehmen Covenant offenbar Nägel mit Köpfen. Medienberichten zufolge schreibt das Start-Up bereits Jobs für sein geplantes Werk in Leipzig aus. Die Fabrik selbst soll schon in zwei Wochen eröffnen.
So berichtete die "Leipziger Volkszeitung", dass die offizielle Eröffnung bereits Anfang Oktober stattfinden soll. Marschflugkörper sollen dann noch nicht vom Band rollen. Vielmehr gehe es darum, ein klares Signal zu senden: "Wir sind da, und wir sind schnell", heißt es in dem Bericht.
Auch erste Jobs sollen bereits ausgeschrieben sein. Laut "Mitteldeutscher Zeitung" sucht Covenant neben Führungskräften wie einem Werks- und Produktionsleiter auch technische Produktionsmitarbeier zur "Durchführung der mechanischen Montage von Produktionskomponenten, Baugruppen und fertigen Systemen".
Als erforderliche Qualifikation werden "mindestens fünf Jahre Erfahrung in der mechanischen Montage, Fertigung, Produktion oder einer vergleichbaren praxisorientierten technischen Tätigkeit" gewünscht.
Laut LVZ sind zu der Eröffnung Anfang Oktober unter anderem Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (51, CDU) sowie Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (53, CDU) geladen.
5000 Marschflugkörper pro Jahr
In der Messestadt dürften die neuerlichen Informationen den Unmut gegen die Ansiedlung nur noch weiter anheizen. Erst am vergangenen Wochenende hatten sich mehrere Hundert Menschen auf dem Augustusplatz versammelt, um gegen das Vorhaben zu demonstrieren. Unterstützung erhielt das Bündnis "Keine Raketenfabrik in Leipzig" sowohl von der Leipziger Linken als auch dem BSW.
Erst Anfang September hatte sich Oberbürgermeister Burkhard Jung (68, SPD) in der Ratsversammlung zu den Plänen geäußert und dabei betont, dass bislang noch nichts konkret sei. "Bitte, bevor wir irgendwelche Gebäude bauen, müssen die Fakten erst mal auf den Tisch, und die haben wir zurzeit nicht, außer einigen Gesprächen, von denen ich auch nur vom Hörensagen weiß", so das Stadtoberhaupt.
Jung betonte dabei auch: "Es kann sein, dass eine Nutzung in einer bestehenden Halle vielleicht gar nicht genehmigungspflichtig ist."
Diese Möglichkeit scheint sich nun zu bewahrheiten, während Covenant schnellen Schrittes Fakten schafft. Ab 2027 will das Unternehmen zunächst 1000 Marschflugkörper in Leipzig schaffen, die Produktion dann auf 5000 Stück hochfahren. Der genaue Standort für die Fabrik ist bislang nicht bekannt.
Titelfoto: Handout / Berlin/Covenant/dpa

