"Eine Wette auf Krieg": Hunderte demonstrieren in Leipzig gegen geplante Raketenfabrik
Leipzig - Die Pläne des US-Rüstungsunternehmens Covenant, in der Nähe von Leipzig eine Fabrik zur Produktion von Marschflugkörpern zu bauen, sorgen weiterhin für Unmut bei vielen Messestädtlern. Zahlreiche Menschen versammelten sich am Samstagnachmittag auf dem Augustusplatz, um gegen das Vorhaben zu demonstrieren.
Unterstützung gab es sowohl vom BSW als auch der Linken.
"Leipzig braucht gute Arbeit - aber keine Raketenproduktion", hatte Leipzigs Linken-Vorsitzender Johannes Schmidt vorab in einer Pressemitteilung erklärt. "Wir wollen tarifgebundene, gesellschaftlich sinnvolle Jobs, aber keine Waffenfabrik."
Rüstungsinvestitionen, so Schmidt, würden in einem Teufelskreis enden. "Neue Aufträge gibt es nur, wenn Waffen auf Schlachtfeldern verbraucht werden. Jeder Euro für Rüstung ist daher eine Wette auf Krieg. So wird Frieden zur Bedrohung für Profite."
Nach Einschätzung von vor Ort hatten sich etwa 400 Menschen auf dem Augustusplatz versammelt, um an der Demonstration des Bündnisses "Keine Raketenfabrik in Leipzig" teilzunehmen.
"Während die Bundesregierung hunderte Milliarden Euro in das Militär pumot, um Deutschland zur stärksten Armee Europas aufzurüsten, holt sie das Geld dafür über einen brutalen Sozialabbau direkt aus unseren Taschen", kritisierten die Organisatoren auf einem Infoblatt.
Covenant will bis zu 5000 Marschflugkörper in Sachsen produzieren
"Im ersten Jahr werden wir etwa 1000 Stück produzieren und dann auf 5000 Stück hochfahren. Das ist unser Ziel für die Jahresproduktion", sagte Covenant-Chefin Abigail Denburg. Eine Fabrikhalle für die Produktion soll im Raum Leipzig gefunden werden.
Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (68, SPD) hatte in der Ratsversammlung Anfang September eingeräumt, dass es seit November vergangenen Jahres Kontakt zu einem Unternehmen der Sicherheitsindustrie gebe. Den Namen Covenant nannte er dabei nicht, gleichzeitig betonte er, dass noch nichts schriftlich festgehalten sei.
Covenant wurde erst im Jahr 2024 gegründet. Der von dem Unternehmen produzierte Marschflugkörper "Anthem" soll Medienberichten zufolge einen 200 Kilogramm schweren Gefechtskopf über eine Distanz von 1500 Kilometern tragen können. Das Ziel ist, das Waffensystem deutlich günstiger anzubieten als bislang auf dem Markt verfügbare System, um somit unter anderem der US-amerikanischen "Tomahawk"-Rakete Konkurrenz zu machen.
Titelfoto: Jan-Gerrit Vahl

