Leipzig - Jetzt geht es auf die Bäume! Zwei Wochen nach der Drohnen-Attacke auf den Leipziger Flughafen suchen die Ermittler im Geisterdorf Kursdorf die Baumkronen ab. Die Operationsbasis der Drohnenpiloten soll sich laut Funkzellenauswertung in der Nähe von Merseburg (Sachsen-Anhalt) befunden haben.
So langsam wird das Bild klarer, das die Geschehnisse in der Nacht zum 5. August zeichnet.
Wie die Ermittler jetzt im Zuge eines neuen Zeugenaufrufs preisgaben, flog die Sprengstoff-Drohne gegen 19.30 Uhr erstmals auf das Leipziger Flughafengelände ein - und zwar aus südlicher Richtung. Gesteuert wurde sie demnach übers Mobilfunknetz.
Der oder die Piloten sollen aus Sachsen-Anhalt heraus agiert haben. Laut Funkzellenauswertung kam das mutmaßliche Steuersignal aus dem kleinen Ort Wallendorf bei Merseburg, der rund neun Kilometer vom Flughafen entfernt liegt.
In dem zwischen den beiden Landebahnen liegenden Geisterort Kursdorf fanden die Ermittler Antennen- und Relaisteile, die darauf schließen lassen, dass das Steuersignal der Drohne hier verstärkt wurde.
DNA-Material an Drohne, Sprengladung und Antennenteilen gefunden
Seit Samstag sind Experten der Polizei hier auf der Suche nach weiterer Drohnenleittechnik. Gesucht wird diesmal von zwei Hubsteigern aus mit Spezialsonden in den Baumkronen. Unterstützt wurde die Suche am Wochenende von THW-Techniktrupps.
Wie aus Ermittlerkreisen zu erfahren war, soll sowohl an der Drohne und der Sprengladung als auch an den Antennenteilen DNA-Material gesichert worden sein. Eine Zuordnung zu konkreten Personen war jedoch offenbar nicht möglich.
Die Polizei bittet die Bevölkerung jetzt mit einem Zeugenaufruf, der am Sonntagabend auch in der MDR-Fahndungssendung "Kripo live" gesendet wurde, um Mithilfe.
Wer hat am Abend des 4. August in der Gegend um den Leipziger Flughafen, in Kursdorf sowie in Wallendorf und Umgebung fremde Personen oder verdächtige Fahrzeuge wahrgenommen? Hinweis-Telefon: 0800/200 80 00.