Leipzig - Neues Jahr, neuer Anlauf. Nachdem der Stadtrat im vergangenen Jahr die Erhöhung der Kita-Beiträge abgeschmettert hat, plant die Stadt Leipzig nun einen neuen Versuch. Werden die Kosten für Kinderbetreuung bald deutlich höher?
Plan der Messestadt ist es, den steigenden Kosten entgegenzuwirken, indem Eltern künftig tiefer in die Taschen greifen müssen.
Der Oberbürgermeister will, dass die Eltern einen größeren Teil der Betreuungskosten selbst zahlen: Für Kita und Hort sollen sie 22,5 Prozent der tatsächlichen Kosten übernehmen, für die Krippe 15 Prozent. Eltern mit geringem Einkommen müssen weiterhin keine Beiträge zahlen.
Konkret bedeutet das beispielsweise für einen Neun-Stunden-Kitaplatz 26 bis 36 Euro mehr im Monat. Bei einem Hortplatz kommen bis zu 13 Euro drauf.
Weil die Beiträge künftig an den tatsächlichen Betreuungskosten orientiert werden sollen, könnten sie in den kommenden Jahren weiter steigen.
Oberbürgermeister Burkhard Jung scheint die Verantwortung zumindest zum Teil abzugeben
Die Stadt argumentiert, dass die Elternbeiträge derzeit mit rund 130 Euro pro Kitaplatz zu niedrig seien. Selbst nach der Erhöhung liege Leipzig im Vergleich mit anderen Städten noch am unteren Ende. Nach zehn Jahren sei eine Anpassung überfällig.
Oberbürgermeister Burkhard Jung (68, SPD) scheint die Verantwortung zumindest zum Teil abzugeben: "Angesichts der dramatischen Haushaltslage nicht nur in Leipzig hat das Land klare Erwartungen an uns formuliert, die für die Genehmigung des nächsten Doppelhaushaltes Voraussetzung sind."
Sollte der Stadtrat dieses Mal dem Vorschlag zustimmen, müssen Eltern sich auf eine Erhöhung ab dem 1. Januar 2027 einstellen.