Der Auwald als Schwamm? So soll "SpongeBoost" Leipzigs Wasser retten
Leipzig - Der diesjährige Sommer bringt nicht nur Menschen an ihre Grenzen. Auch der Natur und somit unseren Gewässern setzt die anhaltende Hitze immer mehr zu. Doch was tun, wenn der Wassermangel immer bedrohlicher wird?
Seit Jahren führt die immer stärker werdende Hitze zu gravierenden Folgen für den Mensch und seine Umwelt.
Eine Möglichkeit, die Konsequenzen zumindest abzumildern, wäre die Verbesserung des ökologischen Zustands von Deutschlands Flüssen. Doch künstliche Eingriffe, wie etwa deren Begradigung, und immer weiter verschobene Deadlines machen dem Ganzen einen Strich durch die Rechnung.
"Wir haben in Deutschland 9 Prozent der Gewässer in dem ökologisch guten Zustand, in dem eigentlich längst alle Gewässer sein sollten", argumentierte Sabrina Schulz vom Verein Umwelthilfe e.V. gegenüber der MDR-Sendung "exactly". "Wenn mein Finanzamt eine 9-Prozent-fertige Steuererklärung bekommt, wissen Sie alle, was passiert."
Um die Flüsse aufwerten zu können, brauche es Fläche - und das etwa dreimal so viel wie bisher. Wer diese bereitstellen soll, bleibt unklar. Dabei habe schließlich jeder was davon, so Schulze. Auch Leipzig beziehe mit der Mulde immerhin ein Viertel seines Trinkwassers aus der Aue eines Flusses.
Besseres Wasser, bessere Böden: So soll es gelingen
Eine Option, um Flüsse und deren Auen wieder auf Vordermann zu bringen, sieht Matthias Scholz vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung Leipzig in dem europäischen Projekt "SpongeBoost".
Dabei würden Forscher aus sieben verschiedenen Ländern untersuchen, wie Wasser länger in der Landschaft gehalten werden kann, um ihr so besser zur Verfügung zu stehen.
"Dort sind unsere portugiesischen Partner dabei, Moore wieder zu vernässen, indem Drainagegräben zurückgebaut werden. Das heißt also, dass das Wasser länger in den Mooren bleibt und dort zu naturnahen Mooren führt", erklärte er.
Dabei habe man unter anderem in der Eifel aber auch im Auwald feststellen können, dass allein durch den Rückbau das Wasser nach Starkregen bis zu 20 Stunden länger in der Fläche gehalten werden konnte.
"Dadurch dass das Wasser länger in der Landschaft bleibt, verbessert sich natürlich auch in den angrenzenden Flächen der Boden-Wasser-Haushalt. Wir erhoffen uns, dass das eben auch für den Bewirtschafter eine bessere Produktion möglich sein könnte."
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Die gesamte Folge "exactly" zum Thema "Wo bleibt unser Wasser? Flüsse zwischen Klimawandel und Platzgerangel" seht Ihr als Stream in der ARD-Mediathek.
Titelfoto: Bildmontage: © MDR/Loréne Gensel, Hendrik Schmidt/dpa

