Brot aus nur drei Zutaten: So wollen zwei sächsische Bäcker die großen Ketten angreifen

Leipzig - Für Christina Konsulke (33) und Moritz Kuck (32) wird ein Lebenstraum wahr: Nach Jahren in Sternerestaurant eröffnen sie unweit des Leipziger Ostplatzes das "Milda", eine Sauerteig-Bäckerei. TAG24 hat mit den Unternehmern gesprochen.

Mit dem "Milda" erfüllen sich Moritz (32, l.) und Christina (33, r.) einen Lebenstraum.  © Lutz Brose

Die Backöfen, Tresen, Arbeitsflächen und der Sitzbereich stehen schon. Ansonsten wird noch fleißig gewerkelt. Bis zur Eröffnung am Freitag liegt noch ein bisschen Arbeit vor ihnen.

Trotzdem überwiegt bei dem Ehepaar die Freude. "Wir haben lange darauf hingearbeitet", erzählt Moritz gegenüber TAG24. Seit fünf Jahren suchen sie nach einer geeigneten Ladenfläche. Die haben sie nun in der Prager Straße 37 gefunden.

Das "Milda" wird sich auf Sauerteigbrote und Snacks wie Croissants, Baguettes und Kardamombuns spezialisieren. "Wir wollen gutes Brot anbieten, gute Lebensmittel, und eine Anlaufstelle zum Treffen sein", so die Inhaber.

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Die Brote bestehen aus nur drei Zutaten: Mehl, Wasser und Salz. Bei einigen Broten sind noch Saatenmischungen oder Roggen drin, aber keine Zusatzstoffe. Gebacken wird in einer Backstube circa einen Kilometer entfernt.

Den beiden Konditormeistern ist bewusst, dass sie nicht die gleichen Preise anbieten können wie die großen Ketten. Ein Kilo Brot wird zwischen 6,50 und 7,20 Euro kosten. Dafür hält es sich länger frisch.

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Die Zutaten kommen alle aus der Region und sind biozertifiziert. Das Getreide kommt zum Beispiel direkt von einem Bauern aus dem Leipziger Umland.  © Lutz Brose

Beide kommen aus der Sternegastronomie

Die Brote werden in der etwa einen Kilometer entfernten Backstube von Alice (r.) gebacken und dann frisch in den Laden gebracht.  © Lutz Brose

Christina und Moritz haben sich in Berlin kennengelernt, als beide die Meisterausbildung gemacht haben. Später sind sie zusammen nach Antwerpen (Belgien) gegangen. Dort gab es damals zwei Sternerestaurants und jeder war in einem Chef-Patissier.

Vor fünf Jahren sind sie mit dem Ziel, sich selbstständig zu machen und eine Familie zu gründen, nach Leipzig gekommen. Christina hat im "Café Zack Zack" als Backstubenleiterin und Barista gearbeitet, Moritz war Backstubenleiter im "Backstein".

Obwohl die wirtschaftliche Lage alles andere als einfach ist, halten die Betriebe in Leipzig zusammen. "Wir sitzen alle im selben Boot", sagt Moritz.

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Beide vorherigen Arbeitgeber haben sie bei der Gründung unterstützt und Equipment angeboten.

Im Moment finden im "Milda" noch die letzten Arbeiten statt. Bis zur Eröffnung am Freitag und Samstag wird aber alles fertig sein. Dass alles so schnell geht, liegt auch an den vielen fleißigen Helfern aus dem Freundeskreis und der Nachbarschaft.  © Lutz Brose

Trotz Herausforderungen bewahren die beiden einen kühlen Kopf

Christina hat vorher bereits als Barista gearbeitet und ist ein Profi in "Latte Art".  © Lutz Brose

"Es ist eine schwierige Zeit, um sich selbstständig zu machen", gestehen sie ein. Sie beschäftigen vier Mitarbeiter, die Mindestlöhne steigen stetig, die Energie- und Rohstoffpreise sind explodiert.

Das "Milda" achtet dennoch auch auf regionale Zutaten. Ihr Mehl beziehen sie aus Brandenburg, das Getreide aus dem Leipziger Umland. Trotz schwieriger Zeiten sind sie gut vorbereitet und sagen: "Wir würden es uns ewig vorwerfen, wenn wir es nicht probiert hätten."

Eine weitere Herausforderung sind die aktuellen Bauarbeiten auf der Prager Straße. Dort werden Kurzzeitparkplätze entfernt, die gerade für Kunden wichtig wären. Christina und Moritz versuchen, es positiv zu sehen. Die Jahre in der Spitzengastronomie haben sie stressresistent gemacht.

Ab Freitag hat die Bäckerei mittwochs bis samstags von 9 bis 18 Uhr geöffnet.

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