Leipzig startet Anti-Catcalling-Kampagne: "Wegen euch ziehe ich meinen Lieblingsrock nicht an"

Leipzig - "Eigentlich sollte das Pfeifen ein Kompliment sein, aber die Alte versteht das ja nicht." Es sind Ausdrücke wie diese, die laut Leipzigs Gleichstellungsbeauftragten Genka Lapön das Sicherheitsgefühl vieler Frauen negativ beeinflussen. Doch dies einfach hinzunehmen ist keine Option und so möchte die Stadt Leipzig nun Aufklärungsarbeit leisten.

Heiko Rosenthal (49, Die Linke, l.), Leon Heinrich (M.) und Genka Lapön freuen sich, dass ihre Kampagne gegen Catcalling am heutigen Donnerstag endlich anläuft.
Heiko Rosenthal (49, Die Linke, l.), Leon Heinrich (M.) und Genka Lapön freuen sich, dass ihre Kampagne gegen Catcalling am heutigen Donnerstag endlich anläuft.  © TAG24/Lisa Marie Peisker

Am heutigen Donnerstag, genau um 14.30 Uhr, zierte zum ersten Mal das Plakat gegen Catcalling die digitalen Anzeigetafeln in Leipzig.

Zu diesem Anlass kamen der Bürgermeister und Beigeordnete für Umwelt, Klima und Ordnung, Heiko Rosenthal (49, Die Linke), Genka Lapön (Referatsleitung und Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Leipzig) und Leon Heinrich (Mitglied des Jugendparlaments) zusammen.

Ihnen war es wichtig, diese Kampagne nicht unkommentiert zu lassen, denn sie soll zu einem respektvolleren Umgang miteinander beitragen.

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Doch was ist denn Catcalling überhaupt?

Unter dem Begriff versteht man verschiedene sexuell anzügliche Handlungen im öffentlichen Raum wie hinter einer Person hinterherzurufen oder hinterherzupfeifen. Größtenteils sind Frauen davon betroffen, doch auch Männer können Opfer von Catcalling sein.

Da diese Form der Belästigung mit körperlichen Übergriffen nichts zu tun hat, wird sie oft nicht ernst genommen. Doch das sollte sie, denn für Betroffene geht sie häufig mit Angst und Unwohlsein einher.

Anti-Catcalling-Kampagne in Leipzig: Der Start gegen die sexuelle Belästigung ist gesetzt

Zwei Wochen wird die Kampagne auf Leipzigs Anzeigetafeln zu sehen sein.
Zwei Wochen wird die Kampagne auf Leipzigs Anzeigetafeln zu sehen sein.  © TAG24/Lisa Marie Peisker

In den nächsten zwei Wochen wird die Kampagne im kompletten Stadtgebiet sowie den Bussen und Bahnen der Leipziger Verkehrsbetriebe zu sehen sein.

Heiko Rosenthal ist die Wichtigkeit dieser Aktion bekannt: "Man muss irgendwann anfangen" und dieser Anfang ist nun gesetzt.

Wer jetzt denkt, dass etwa eine Frau die Ideengeberin war, liegt jedoch falsch. Denn die Idee kam von Jugendparlaments-Mitglied Leon Heinrich. Er schrieb bereits vor zwei Jahren den Antrag zur Kampagne und brachte diese dann ins Jugendparlament ein. Mit Erfolg.

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Nun, zwei Jahre und viel Vorbereitung später ist es endlich so weit.

"Ich glaube, dass mit der Kampagne ein wichtiger Schritt getan ist", berichtete Heinrich. Doch er weiß auch, dass es damit nicht getan ist, und so setzen er und viele weitere Engagierte sich auch darüber hinaus dafür ein, dass sich mit der Zeit nachhaltig etwas ändert.

Titelfoto: TAG24/Lisa Marie Peisker

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