Leipzig - Die Leipziger Buchmesse, dieses Jahr vom 19. bis 22. März, erfindet sich mit dem 2026er-Jahrgang nicht neu, zeigt aber allerlei Neuerungen in Auftreten und Programm. Unter dem Leitmotiv "Wo Geschichten uns verbinden" versteht man sich nicht nur als Branchentreffpunkt, sondern als Raum, in dem Menschen unterschiedlicher Herkunft und Lebensentwürfe durch Literatur zueinanderfinden sollen.
Martin Buhl-Wagner (59), Geschäftsführer der Leipziger Messe, beschreibt das neue Konzept so: "Auf der Leipziger Buchmesse kommt ein Publikum mit völlig unterschiedlichen gesellschaftlichen Hintergründen und Lebensentwürfen zusammen. Die gemeinsame Begeisterung für Literatur und gute Geschichten ist das, was alle am Ende verbindet."
In einem weitreichenden Markenrelaunch, der den Messeauftritt 2026 prägt, wurde das klassische Logo mit Auge, Zacken und Buchsymbol behutsam modernisiert und in ein neues Design eingebettet, das erstmals alle Submarken – etwa Leipzig liest, Manga Comic Con oder den Preis der Leipziger Buchmesse – visuell vereint.
Astrid Böhmisch, 1974 geborene Direktorin der Buchmesse: "Mit dem Motto für 2026 bringen wir auf den Punkt, was unsere Messe im Innersten ausmacht: Geschichten schaffen Verbindung. Sie eröffnen Perspektiven und bringen Menschen miteinander ins Gespräch – unabhängig von Herkunft, Haltung oder Erfahrung."
Ein zentraler inhaltlicher Schwerpunkt ist die Förderung neuer literarischer Stimmen. In vielen Veranstaltungen werden Debüt-Autoren in den Mittelpunkt gerückt.
Formate wie die zweite Auflage von "Beste erste Bücher" oder besondere Präsentationen in der #buchbar und im BL:OOM – BloggerRoom sollen diesen Autoren mehr Sichtbarkeit verschaffen.
Wieso ein Fluss eine wichtige Rolle auf der Leipziger Buchmesse spielt
Erstmals setzt die Messe mit dem thematischen Fokus "Donau – Unter Strom und zwischen Welten" einen eigenen Programmschwerpunkt.
Entlang des zweitgrößten europäischen Flusses, der durch zehn Länder fließt, beleuchtet der Themenkomplex, wie Literatur Grenzen überwindet oder an ihnen neue Geschichten findet.
"Die große Dynamik des Donauraums ist überall in der Literatur spürbar – sei es im historischen oder im aktuell politischen Kontext", heißt es in der offiziellen Ankündigung. Begleitet wird dieses Programm von Partnern wie dem Auswärtigen Amt oder dem Goethe-Institut.
Neben den literarischen Highlights wird das Messeangebot inhaltlich weiter ausgebaut: In einem Experimentierraum für Kinder-Sachbücher können Kinder im Grundschulalter mit Mitmach-Workshops Sachthemen wie Natur, Weltall oder Technik spielerisch erleben.
Die Manga Comic Con erhält einen ersten eigenen Tancho Award zur Förderung deutschsprachiger Mangaka, der in drei Kategorien verliehen wird und der Szene neue Anerkennung verschaffen soll (der Name leitet sich aus dem Japanischen ab und bezeichnet eine Art des Kranichs).
Die Leipziger Antiquariatsmesse im Rahmen der Buchmesse findet zum 32. Mal statt.
In der Stadt gibt es zusätzliche Veranstaltungen
Keine Buchmesse ohne die einschlägigen Auszeichnungen, dabei bleibt es auch in diesem Jahr: Für den Preis der Leipziger Buchmesse 2026 wurden 485 Titel aus 177 Verlagen eingereicht, die in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung um die Auszeichnung konkurrieren.
Wer nominiert ist, wird am 25. Februar verkündet. Die Preisverleihung findet am 19. März um 16 Uhr in der Glashalle statt.
Ganz im Sinne des diesjährigen Mottos stehen das Lesefestival "Leipzig liest" und die Manga Comic Con als parallel stattfindende Formate, die mit mehr als 2800 Veranstaltungen an über 330 Orten das Stadtgebiet Leipzigs und das Messegelände in ein großes, pulsierendes Literatur- und Erlebnisfeld verwandeln wollen.