Streit um marode Agra-Brücke geht in die nächste Runde: "Ein entscheidender Punkt ist die Zeit"

Von Jasmin Beisiegel

Markkleeberg - Der Streit um den Neubau der maroden Agra-Brücke südlich von Leipzig geht weiter. Sachsens Verkehrsministerin Regina Kraushaar (CDU, 61) verteidigte die Pläne zur baugleichen Wiedererrichtung gegen Kritik.

Sachsens Verkehrsministerin Regina Kraushaar (CDU, 61) verteidigte die Pläne zur baugleichen Wiedererrichtung der Agra-Brücke im Süden Leipzigs gegen Kritik. (Archivfoto)
Sachsens Verkehrsministerin Regina Kraushaar (CDU, 61) verteidigte die Pläne zur baugleichen Wiedererrichtung der Agra-Brücke im Süden Leipzigs gegen Kritik. (Archivfoto)  © Hendrik Schmidt/dpa

"Tunnel und Trog sind keine umsetzbare Möglichkeit, wenn wir Menschen und Wirtschaft nicht ein jahrelanges Trauma von Stau, Lärm, Unfallrisiken und unnötigen Kosten aufbürden wollen", sagte sie.

Man habe alle Vorschläge geprüft und nach Kriterien wie Sicherheit, Machbarkeit, Zeit und Kosten abgewogen. "Ein entscheidender Punkt ist die Zeit", sagte Kraushaar. Es werde so schnell wie möglich wieder eine verlässliche Verbindung benötigt.

In einem offenen Brief hatte sich neuer Protest gegen die vom Ministerium bevorzugte Variante geregt, die Brücke nach dem Abriss baugleich wiederzuerrichten.

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Zu den Unterzeichnern zählen die Oberbürgermeister von Leipzig, Burkhard Jung (SPD, 68), und Markkleeberg, Karsten Schütze (SPD), sowie der Landrat des Landkreises Leipzig, Henry Graichen (CDU, 50). Auch die Architektenkammer Sachsen und die Kulturstiftung Leipzig stellten sich hinter die Forderungen.

Forderungen nach Alternativen zur Brücke

Nach bisheriger Planung soll ab 2027 erst der westliche Brückenzug abgerissen und erneuert werden, ab 2029 dann der östliche. (Archivfoto)
Nach bisheriger Planung soll ab 2027 erst der westliche Brückenzug abgerissen und erneuert werden, ab 2029 dann der östliche. (Archivfoto)  © Jan Woitas/dpa

Die Kritiker bezeichnen den Bau der Brücke im Jahr 1976 als "Akt des Raubbaus an Natur und Kulturlandschaft", von dem sich der darunterliegende Park und die angrenzenden Gebiete nie erholten.

Die Landesregierung wird aufgefordert, "echte Alternativen zur Ersatz-Brücke" zu entwickeln. Sie soll demnach "umgehend Pläne für eine Tieferlegung der Trasse im Tunnel oder in einem teilweise überdeckelten Trog" erarbeiten.

Forderungen nach einer Tunnellösung gibt es bereits seit 2008. Im vergangenen November, kurz nachdem das Ministerium über den notwendigen Abriss informiert hatte, wurde sie unter anderem von Oberbürgermeister Jung wieder vorgebracht.

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Die Ministerin argumentierte, dass eine Tunnel- oder eine Troglösung ein "völlig anderes Großprojekt" mit langwierigen Genehmigungsverfahren wäre.

"Das höchste Risiko dabei ist, dass das Baurecht nicht erteilt wird. Alles würde Jahre dauern", sagte Kraushaar. Zudem seien die Mehrkosten für Tunnel oder Trog nicht gedeckt.

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Abriss soll 2027 starten

Bis 2031 soll der Neubau komplett stehen. Das Bauwerk aus den 1970er-Jahren ist aus Hennigsdorfer Spannstahl errichtet, jenem Material, das auch bei der eingestürzten Carolabrücke in Dresden verwendet worden war. (Archivfoto)
Bis 2031 soll der Neubau komplett stehen. Das Bauwerk aus den 1970er-Jahren ist aus Hennigsdorfer Spannstahl errichtet, jenem Material, das auch bei der eingestürzten Carolabrücke in Dresden verwendet worden war. (Archivfoto)  © Jan Woitas/dpa

Die Agra-Brücke an der B2 muss wegen erheblicher Mängel abgerissen werden.

Aktuell fließt der Verkehr ausschließlich über den östlichen Brückenzug. Es gilt eine Gewichtsbeschränkung von 3,5 Tonnen.

Der westliche Teil ist gesperrt und soll nach bisheriger Planung ab 2027 abgerissen und erneuert werden. Ab 2029 sollen dann Abriss und Neubau des östlichen Teils folgen. Bis 2031 soll die neue Brücke komplett stehen.

Das Infrastrukturministerium hatte die Kosten auf rund 50 Millionen Euro beziffert. Sie werden vom Bund getragen.



Titelfoto: Jan Woitas/dpa

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