Tagelange Strom- und Gasausfälle: So ist Leipzig auf den Ernstfall vorbereitet

Leipzig - Angesichts steigender Energiepreise und Engpässen bei Strom und Gas steigt offenbar auch im Leipziger Stadtrat die Angst vor Versorgungsausfällen.

Die Vorbereitung auf mögliche Versorgungsausfälle ist nun auch im Leipziger Rathaus ein brisantes Thema.
Die Vorbereitung auf mögliche Versorgungsausfälle ist nun auch im Leipziger Rathaus ein brisantes Thema.  © Peter Endig/dpa

Auf eine Anfrage der AfD-Fraktion erklärte die Stadtverwaltung nun, wie die Messestadt auf den Ernstfall vorbereitet ist.

Dass die Versorgungslage die Stadt beschäftigt, ist längst kein Geheimnis mehr. Bereits im Juli stellte Oberbürgermeister Burkhard Jung (64, SPD) Pläne zum Einsparen von Erdgas, Strom und Fernwärme vor.

In den vergangenen Wochen seien zudem im engen Dialog mit den Stadtwerken, dem Deutschen Städte- und Gemeindetag, der Landesdirektion Sachsen, dem sächsischen Innenministerium sowie dem Energieministerium Maßnahmen für die Messestadt identifiziert worden, um auf die Versorgungslage reagieren zu können.

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Ergebnis: Belehrungen zum Einsparen von Energie für die gesamte Belegschaft sowie Übungen zu Mangellagen auf Fachamtsebene. Letztere sollen schließlich Strategien und Optionen für derartige Situationen hervorbringen.

Krisenpläne würden fortlaufend aktualisiert. "Zu möglichen Auswirkungen einer Gasmangellage ist die Stadt Leipzig im Dialog mit der Landesdirektion und dem Energieministerium", hieß es in der Antwort der Stadt.

Blackout laut Strom-Manager "unwahrscheinlich"

Für den Fall eines mehrtägigen Stromausfalls habe der Katastrophenschutz der Messestadt einen entsprechenden Alarm- und Einsatzplan konzipiert, der fortlaufend präzisiert und erweitert werde. "Durch die Komplexität der Thematik konzentriert sich diese Planung derzeit auf Maßnahmen in den ersten 72 Stunden nach Ereigniseintritt, um grundlegendes Verwaltungshandeln und Maßnahmen der Gefahrenabwehr für diese Zeit aufrechtzuerhalten."

Leipzigs Bürger könnten sich über die Website der Stadt über Schutzmaßnahmen schlaumachen. Dort seien erste Infos aufbereitet, "vor allem aber findet sich dort eine Verlinkung zur Seite des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Hier findet sich eine Übersicht über verschiedene Katastrophenlagen sowie detaillierte und praxisnahe Hilfestellungen."

Um die Einwohner der Messestadt auch im Ernstfall informieren zu können, befinde sich das Referat Kommunikation bereits in Absprache mit der Branddirektion.

In Leipzig hatte zuletzt Amtsgerichtschef Michael Wolting mit einem Warnschreiben zum Thema "Blackout" für Aufsehen gesorgt. Wolting hatte darin von Szenarien mit "unmittelbarer Lebensgefahr" gesprochen. Das Schreiben war an die Mitarbeiter des Amtsgerichts gerichtet.

Strom-Manager Dr. Steffen Heine (57) von der SachsenEnergie AG hatte einen vollständigen Blackout hingegen in einem Interview als "unwahrscheinlich" bezeichnet.

Titelfoto: Peter Endig/dpa

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