"Unmittelbare Lebensgefahr": Leipzigs Amtsgerichts-Chef warnt Mitarbeiter vor Horror-Szenario

Leipzig - Die Angst vor einem Blackout hat mittlerweile auch das Leipziger Amtsgericht erreicht.

Amtsgerichts-Präsident Michael Wolting will seine Mitarbeiter auf den Fall eines Blackouts vorbereiten. (Archivbild)
Amtsgerichts-Präsident Michael Wolting will seine Mitarbeiter auf den Fall eines Blackouts vorbereiten. (Archivbild)  © Jan Woitas/dpa

In einem Brief an seine Mitarbeiter warnte Amtsgerichts-Präsident Michael Wolting vor den Gefahren, die mit einem Totalausfall der Stromversorgung einhergehen würden.

"Ich weiß nicht, ob mir das gelingen wird, aber mit diesem Rundschreiben möchte ich Sie nicht weiter verunsichern oder gar verängstigen", heißt es in dem Schreiben, das TAG24 vorliegt. Dem Amtsgerichts-Präsidenten gehe es lediglich um Vorbereitung und darum, im Ernstfall gewappnet zu sein.

Wolting zufolge drohe in einer solchen Situation "unmittelbare Lebensgefahr". "Dann ist es sofort überall dunkel [...], Sie können voraussichtlich nicht mehr telefonieren und es werden menschliche Verhaltensweisen zu Tage treten, von deren Existenz Sie bislang überhaupt nichts ahnen."

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Er mahnt: "Wenn Sie sich - ob zu Hause oder im Büro - in einer geschützten Räumlichkeit befinden, bleiben Sie zunächst dort und warten Sie ab."

Und weiter: "Gehen Sie in dieser Situation auf keinen Fall allein auf die Straße [...]. Statten Sie sich mit einer stabilen Taschenlampe und insbesondere als Frau mit Pfefferspray aus."

"Halten Sie bitte weiter durch"

Seinen Brief schloss der Amtsgerichts-Präsident mit den Worten ab, dass das von ihm beschriebene Szenario nicht wahrscheinlich sei. "Die Stromversorgung in Deutschland ist mehrfach redundant abgesichert, aber wir sind nach den Erfahrungen der letzten Jahre wohl ganz gut beraten, vorsorglich auch das nicht Wahrscheinliche in den Blick zu nehmen. [...] In diesem Sinne: Halten Sie bitte weiter durch."

Auf Anfrage beim Amtsgericht ließ Michael Wolting gegenüber TAG24 mitteilen, dass er sich zu internen Schreiben nicht äußern werde.

Nachgefragt beim Leipziger Landgericht erklärte Pressesprecher Johann Jagenlauf, dass derlei Warnungen dort nicht an Mitarbeiter verschickt worden seien. "Wir haben Vorkehrungen getroffen, wie wir mit Energieproblemen umgehen, aber die werden wir nicht nach außen tragen."

Titelfoto: Jan Woitas/dpa

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