Neo Rauch stellt in seiner Heimatgalerie in Leipzig aus

Leipzig - Der Leipziger Maler Neo Rauch (60) stellt in seiner Heimatstadt neue Werke aus. In der Galerie Eigen + Art auf dem Gelände der Baumwollspinnerei eröffnet am Samstag die Schau "Handlauf".

Der Leipziger Künstler Neo Rauch stellt vom 6. September bis 28. November in Leipzig aus.
Der Leipziger Künstler Neo Rauch stellt vom 6. September bis 28. November in Leipzig aus.  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

16 Bilder sind zu sehen, teil im Groß- und teils im Kleinformat. Die Ausstellung in unmittelbarer Nachbarschaft von Rauchs Atelier auf dem Spinnereigelände ist bis zum 28. November zu sehen.

Rauch wird zu den bedeutendsten Malern der Gegenwart gerechnet

Die Werke sind hoch aktuell, sie sind alle 2020 entstanden. Teilweise wirken sie wie eine Kommentierung gesellschaftspolitischer Verhältnisse – etwa das großformatige Bild "Die Wurzel", auf dem ein Aktivist mit Megafon am Boden gehalten wird. 

Doch das ist etwas, das Neo Rauch von sich weist. Botschaften wolle er keine senden, sagte er am Donnerstag bei der Vorstellung der Ausstellung.

"Das sind alles Spiegelbilder meiner inneren Zustände. Und was sich da hineinmischt, hineinmengt, das kann ich nur bedingt kontrollieren. Aber ich filtere das Material durch meine Leinwand", sagte der Maler.

Das Thema: Ausbalancieren

Neo Rauch wird zu den bedeutendsten Malern der Gegenwart gerechnet.
Neo Rauch wird zu den bedeutendsten Malern der Gegenwart gerechnet.  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

"Ich bin natürlich nicht außerhalb meiner Zeit. Und obwohl ich im vorigen Jahrhundert verankert bin, bin ich natürlich auch ein Reflektor dessen, was mich umgibt und peinigt und ängstigt und bedrängt. Aber all das versuche ich natürlich, im Bild auszubalancieren. Darin sehe ich die Möglichkeit, die eigentliche Kraft von Malerei, das zu leisten: die elementaren Gegensätze auf einen Nenner zu bringen und zu befrieden."

Es sei eigentlich nicht seine Art, seine Bilder zu erklären, sagte der 60-jährige Rauch. Trotzdem gab er Einblicke in die Entstehungsgeschichte – etwa des titelgebenden Bildes "Handlauf". Darauf ist ein tanzendes Paar aus einem Zentauren und einem siamesischen Zwilling zu sehen, das in einem Keller zu tänzeln scheint.

"Das ist direkt an der Grenze dessen angelangt, was es leisten könnte", sagte Rauch. "Was hat das nun darüber hinaus zu sagen? Soweit will ich mich dann doch nicht öffnen. Auf jeden Fall lauert eine Gefahr, die man bändigen muss. Und sich eines Handlaufes versichert. Eine Fassung gewinnt."

Um das Thema des Ausbalancierens gehe es generell, das habe er bei der Arbeit an allen Bildern gemerkt.

Titelfoto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

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