Bezahlbarer Wohnraum: Bekommt Leipzig bald seine eigene Wohnungs-Tauschbörse?

Leipzig - Auf Plattformen wie Ebay oder ImmoScout gibt es sie schon, Tauschangebote für Wohnungen in Leipzig. Geht es nach der Ratsversammlung, soll demnächst auch die Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft ein solches Angebot starten. Interessant dabei: Mieter sollen ihre bisherige Kaltmiete behalten dürfen.

Bezahlbarer Wohnraum wird zunehmend rar in Leipzig. Mit einer Tauschbörse will Leipzigs Stadtrat dem Trend weiter entgegenwirken.  © thoermer/123RF

Tatsächlich gäbe es die Möglichkeit des Wohnungstauschs bei der Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft (LWB) bereits, wie die Linke in ihrem am Mittwoch behandelten Antrag einräumt - dieses sei jedoch kaum bekannt. In den vergangenen vier Jahren sei gerade einmal EIN Wohnungstausch durchgeführt worden. Bedarfe gebe es hingegen genügend.

Potenzial sieht die Fraktion jedoch nicht nur bei der Bekanntheit des Angebots, sondern auch bei dessen Umsetzung. Eine Tauschbörse existiert bislang bei der LWB nicht, lediglich der Tausch wird ermöglicht. Wer seine Wohnung tauschen möchte, muss den Partner dazu zunächst selbst finden.

Genau dies soll sich nun jedoch ändern. So soll sich Oberbürgermeister Burkhard Jung (68, SPD) bis Ende des Jahres dafür einsetzen, dass die LWB bis Ende des Jahres eine Werbekampagne für ihr Tauschangebot aufsetzt. Gleichzeitig soll auf der Homepage eine entsprechende Tauschbörse eingerichtet werden.

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Vonseiten der Grünen wurde noch ergänzt, dass auch andere Wohnungsgenossenschaften und -bauunternehmen zur Ermöglichung von Wohnungstauschen aufgefordert werden sollen.

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Linken-Chefin: "Wo der Nachteil sein soll, kann ich nicht erkennen"

Linken-Fraktionschefin Franziska Riekewald warb in der Ratsversammlung für das Vorhaben.  © Jan Kaefer

"Es ist ein kleiner Schritt dahin, wie sich Menschen in Leipzig weiter bezahlbaren Wohnraum leisten können", sagte Linken-Fraktionsvorsitzende Franziska Riekewald, während sie in der Ratsversammlung für ihren Antrag warb.

Geht es nach der Fraktion, sollen Tauschende ihre bisherige Kaltmiete behalten und diese lediglich auf die Fläche der neuen Wohnung anpassen müssen.

"Eine ältere Frau zahlt weiterhin 6 Euro pro Quadratmeter, weil sie schon länger hier wohnt. Eine Familie, die 8 Euro pro Quadratmeter zahlt, bleibt auch dabei. Wenn jetzt beide tauschen und die Familie in die 100-Quadratmeter-Wohnung der Dame zieht, während diese in die 50-Quadratmeter-Wohnung wechselt, zahlt die Familie anschließend 800 Euro kalt, die Dame 300 Euro. Die LWB machen dabei 100 Euro mehr", so Riekewald. "Wo da der Nachteil sein soll, kann ich nicht erkennen."

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Der Antrag wurde schließlich mit großer Mehrheit beschlossen, inklusive der Ergänzungen durch die Grünen. Auch die AfD hatte einen Vorstoß gewagt. Diese wurde jedoch abgelehnt.

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