Leipzig - Während die Parteien sich teilweise noch etwas schwer damit tun, einen offiziellen Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl 2027 vorzuschlagen, hat ein parteiloser Bewerber sich am Mittwoch offiziell vorgestellt und kämpferisch verkündet: "Wir brauchen wieder eine Stadt, die sich etwas traut."
Dirk Thärichen (56) ist in Leipzig vielen unter anderem als ehemaliger Konsum-Manager oder Geschäftsführer der Stadthafen GmbH bekannt. Dieses Bild möchte er ändern und Oberbürgermeister werden.
Bei einem Pressetermin erzählte er am Mittwoch, wie er das Leben in der Stadt wahrnimmt. Laut Thärichen wären auch in seinem Umfeld immer mehr Leute unzufrieden und würden sich beschweren, ohne aktiv etwas zu ändern. Für ihn fehle es oft an Zusammenhalt, schnellen Umsetzungen und Transparenz.
"Meiner Meinung nach hat sich wenig bewegt in den letzten Jahren. Wir waren schon mal weiter", stellte der gebürtige Leipziger fest.
Als Herausforderungen in der Stadt sieht er vor allem den städtischen Haushalt und die langen Prozesse, bis etwas entsteht. Es müsse durch "einen neuen Spirit" wieder Geld in die Stadtkasse kommen.
"Wenn wir dieses wirtschaftliche Problem nicht lösen, dann haben wir wenige Möglichkeiten", fügte er hinzu und begründete, dass durch stabilere Finanzen neue Chancen für zum Beispiel Soziales, Kultur und Sport entstehen würden.
Leipzigerinnen und Leipziger sollen das Wahlprogramm mitbestimmen
Wofür genau Thärichen einstehen wird und was in seinem Wahlprogramm stehen soll, wollte der 56-Jährige bei der Pressekonferenz aber noch nicht preisgeben. Für konkrete Themen war es seiner Meinung nach zu früh.
Vielmehr legte er diese Aufgabe in die Hände der Leipzigerinnen und Leipziger.
Ein neu gegründeter Verein mit dem Namen "LEIPZIG JETZT e. V.", angeführt von Fernsehmoderator Peter Escher (71), bündelt Menschen aus verschiedenen Bereichen, wie Wirtschaft, Kultur oder Sport. Sie sollen wichtige Themengebiete altersübergreifend zusammenbringen.
Außerdem kann jeder sich mit einbringen und seine konkreten Vorschläge, wie Leipzig in Zukunft aussehen und was sich verändern sollte, unter sagsjetzt@dirkthaerichen.de mit auf den Tisch bringen. Daraus sollen dann klare Prioritäten entwickelt werden, die es in das Wahlprogramm des Leipzigers schaffen, das im Herbst veröffentlicht werden soll.
Thärichen will mit allen Parteien sprechen
Sein Hauptziel sei es, Dinge voranzubringen. "Kein 'Nein' ohne Plan", ist eine seiner Devisen. Damit meint er, dass jede Idee betrachtet werden müsse. Wer sie ablehnt, müsse eine bessere Idee oder Alternative vorlegen.
Vor der Presse betonte der 56-Jährige, dass er keiner Partei angehöre und auch keine Präferenz habe. "Ich bin für Gespräche komplett offen, werde mit allen reden und dann meine Schlüsse ziehen", sagte er. Momentan ist also noch offen, wo Dirk Thärichen politisch stehen wird.