"Haben da nichts zu suchen!": Verbannt Leipzig bald alle Autos aus dem Auwald?

Leipzig - Der Leipziger Auwald gilt als die grüne Lunge der Messestadt. Doch nicht nur Spaziergänger und Radfahrer nutzen das Areal regelmäßig für ihre Erholung, auch Autofahrer sind immer wieder auf der sogenannten "Neuen Linie" unterwegs - obwohl dies eigentlich untersagt ist. Leipzigs Stadtrat will nun durchgreifen.

Geht es nach Leipzigs Grünen, sollte der Auwald wohl nur in Ausnahmefällen durch Autofahrer genutzt werden. Genau das will der Stadtrat nun umsetzen. (Archivbild)
Geht es nach Leipzigs Grünen, sollte der Auwald wohl nur in Ausnahmefällen durch Autofahrer genutzt werden. Genau das will der Stadtrat nun umsetzen. (Archivbild)  © Jan Woitas dpa/lsn

Eingebracht hatte den Vorschlag die Grünen-Fraktion, deren Stadtrat Jürgen Kasek sogleich eine Erklärung für den Antrag lieferte.

Bei der "Neuen Linie" handelt es sich um den Weg durch den Auwald beginnend an der Richard-Lehmann-Straße in Richtung Cospudener See. "Der Weg von der Richard-Lehmann-Straße bis zum Sportplatz der SG LVB ist asphaltiert und somit eine öffentlich gewidmete Straße."

Ein Schild untersage zwar die Einfahrt mit Kraftfahrzeugen. Allerdings, so Kasek, würden nicht alle Gebote umgesetzt und anerkannt. "Angesichts der zahlreichen Autos, die den Weg immer wieder befahren, kann man nicht davon ausgehen, dass sie alle eine Sondergenehmigung haben. Autos haben im Auwald allerdings nichts zu suchen!"

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Nicht nur für den Auwald, auch für die "Neue Linie" sei die Belastung hoch. "Ich möchte an dieser Stelle meinen Kollegen Thomas Kumbernuss (Die Partei, Anm. d. Red.) zitieren, der bei unserem letzten Gespräch zu dem Thema sagte: 'Ist es den Sportlern denn nicht möglich, bis zu diesem Sportplatz zu laufen oder mit dem Fahrrad zu fahren!?'"

Stadtverwaltung will Lösungen prüfen

Die Grünen hatten zunächst gefordert, dass die "Neue Linie" als Straße entwidmet und eine Polleranlage installiert wird. Letztendlich einigten sich die Räte jedoch darauf, dass die Stadtverwaltung bis Ende des zweiten Quartals 2021 Lösungen prüft, um das Befahren des Weges durch Unbefugte zu unterbinden.

"Ich bin froh über diese Einigung", erklärte SPD-Fraktionschef Christopher Zenker. "Einfach einen Poller hinzusetzen hätte in der Nacht auch für Probleme sorgen können, gerade bei Radlern. Sportler können in der Tat laufen. Die Belieferung sollte allerdings möglich sein."

Und auch Thomas Kumbernuss meldete sich noch zu Wort. "Ich möchte nur betonen, dass ich die Rede mit mehr Enthusiasmus vorgetragen und nicht so hingeschludert habe."

Titelfoto: Jan Woitas dpa/lsn

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