Leipzig - Bereits vor dem ersten Heimspiel von RB Leipzig in der Bundesliga-Saison 2026/27 gibt es Diskussionen - und die haben nichts mit Fußball zu tun. Sogar der Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung (68, SPD) hat sich eingeschaltet.
In den vergangenen Jahren galt im Waldstraßenviertel, dem Gebiet um die Red Bull Arena, an Heimspieltagen ein Sperrkreis mit Zufahrtskontrollen. So sollte verhindert werden, dass Stadiongäste alle Parkplätze belegen und ein Verkehrschaos entsteht.
Noch in der vergangenen Woche hatte das Ordnungsamt beschlossen, dass die Kontrollen in der neuen Saison entfallen werden und das Personal abgezogen wird.
Der Bürgerverein Waldstraßenviertel e.V. bezeichnete das auf seiner Webseite als "Vollkatastrophe".
Doch dabei blieb es nicht, denn wie ein Stadtsprecher auf TAG24-Anfrage bestätigte, hat OB Jung diese Entscheidung des Ordnungsamts am Dienstag wieder ausgesetzt.
"Zum Sperrkreis am 29.08.2026 wird es die Einlasskontrollstellen in den Sperrkreis an den Stellen Jacobstraße/Humboldtstraße und Goyastraße/Waldstraße geben", erklärte Sprecher Thorsten Vollstädt am Donnerstag. Burkhard Jung wolle demnach erst mal an den Kontrollen festhalten, "bis eine dauerhafte und praktikable Lösung gefunden ist, die auch den Bedürfnissen der Bewohner des Waldstraßenviertels Rechnung trägt".
Das gilt aber erst mal nur für das Spiel gegen Borussia Mönchengladbach am kommenden Samstag (Anstoß 15.30 Uhr). Wie es danach weiter geht, ist laut dem Stadtsprecher noch nicht bekannt und soll zeitnah abgestimmt werden.
Die Personalkosten drücken auf die knappe Haushaltskasse
Laut Vollstädt sind in der Regel sieben Personen für vier Stunden an den Kontrollstellen im Einsatz, was bei 17 Heimspielen pro Saison bedeutet, dass 476 Personalstunden zusätzlich anfallen. "Nimmt man noch die zusätzlichen Pokalspiele und sonstigen Veranstaltungen, bei denen der Sperrkreis aktiviert wird, dazu, kommen noch weitere 420 Personenstunden dazu", fügte er an.
Zu den Gehältern, die dafür gezahlt werden müssen, kommen dann pro Heimspieltag noch rund 7800 Euro für die Beschilderung. Am Ende also eine ganz schöne Summe, die auf die sowieso schon knappe Haushaltskasse drückt.
Ob man diese Kosten einsparen wird oder ob die Kontrollen erst mal bleiben, wird sich in den kommenden Tagen zeigen.
Der Stadtsprecher erklärte aber, dass alternative Lösungen, wie Poller oder automatische Einlassschranken untersucht werden. Ende des vergangenen Jahres erteilte der Stadtrat dazu einen Prüfauftrag.
Das Ergebnis der Machbarkeitsstudie soll bis zum ersten Quartal 2027 vorliegen.