Leipzig startet neue Hilfe für Mission Lifeline: "Jeder hat das Recht, aus Seenot gerettet zu werden"

Leipzig - Auch heute noch ist die sächsische Hilfsorganisation Mission Lifeline im Mittelmeer unterwegs, um Menschen in Seenot vor dem Ertrinken zu retten. Mit einer neuen Patenschaft will Leipzig das Engagement auch in Zukunft unterstützen. Dabei sollen die Bemühungen künftig mehr als eine ideelle Patenschaft umfassen.

Grünen-Stadträtin Anne Vollerthun warb am Mittwoch für den Vorschlag, die sächsische Hilfsorganisation Mission Lifeline künftig mehr zu unterstützen.  © Jan Kaefer

So beschloss der Stadtrat am Mittwoch drei konkrete Punkte:

  • Die bisherige Patenschaft für das Seenotrettungsschiff "Rise Above" wird auf das neue Schiff "Lifeline SAR" der Organisation übertragen.
  • Mindestens einmal im Jahr organisiert die Messestadt bei geeigneten Veranstaltungen Spendensammlungen für das Patenschiff. In diesem Rahmen werde geprüft, ob die Stadt die Spenden bis zu einer Grenze von 20.000 Euro verdoppeln kann.
  • OB Jung wendet sich mit einem öffentlichen Brief an die Bundesregierung und bezieht Haltung für eine Entkriminalisierung ziviler Seenotrettung, für sichere Fluchtwege und die Einführung einer europäischen, von den Mitgliedsstaaten der EU getragenen Seenotrettung.

Linken-Stadträtin Juliane Nagel und Anne Vollerthun von den Grünen machten während der Sitzung noch einmal deutlich, was hinter dem Antrag steckt. So ist das Mittelmeer laut Vollerthun seit Jahren die tödlichste Fluchtroute der Welt. Zwischen 2014 und 2025 seien mindestens 34.000 Menschen ertrunken oder gelten als vermisst. Allein im vergangenen Jahr sollen Nagel zufolge fast 2200 Menschen im Mittelmeer ums Leben gekommen sein.

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"Seenotrettung ist im Völkerrecht verankert. Sie sollte keine Frage politischer Gesinnung oder gar nur 'links' sein, sondern ist einzig und allein humanitäre Pflicht und Selbstverständlichkeit", sagte die Grünen-Stadträtin. "Jeder Mensch hat das Recht, aus Seenot gerettet zu werden und jeder Mensch hat das Recht, einen Asylantrag zu stellen, unabhängig davon, auf welchem Wege er Europa erreicht.

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Entscheidung sorgt für lauten Beifall in der Ratsversammlung

Seit zehn Jahren schon rettet die sächsische Mission Lifeline Geflüchtete in Seenot.  © Johannes Filous/dpa

Zivile Seenotrettungsorganisationen wie Mission Lifeline, Seawatch oder Sea Eye würden seit Jahren dort einspringen, wo Staaten ihrer Verantwortung nicht nachkommen. "Sie retten keine illegalen Migranten', sondern schlichtweg Menschen vor dem Ertrinken."

Zahlreiche Kommunen würden die zivile Seenotrettung bereits durch Spendenkampagnen unterstützen. Der Leipziger Vorschlag sieht nun vor, zumindest bestehende Spendenkampagnen zu nutzen.

Auf die Entscheidung für den Vorstoß folgte lauter Beifall vonseiten der Zuschauertribüne, wo Mitglieder der Hilfsorganisation Seebrücke die Debatte verfolgt hatten. Diese hatten den Ball zuvor mit einer Petition ins Rollen gebracht, die mehr als 1100 Unterschriften sammelte.

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Leipzig ist seit 2017 Mitglied im Bündnis "Städte sicherer Häfen". Seit 2020 besteht die Patenschaft für das Rettungsschiff der Mission Lifeline.

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