Von Andreas Tappert
Leipzig - Die Linke war die erste Leipziger Partei, die ihren OB-Wahlkampf gestartet hat, und sie ist jetzt auch die erste Partei, die Politprominenz für ihren Wahlkampf gewonnen hat.
Heidi Reichinnek (38), Vorsitzende der Fraktion Die Linke im Bundestag, wird am 15. Januar 2027 im Felsenkeller sprechen und Gregor Gysi (78), langjähriger Oppositionsführer der Linken im Bundestag, am 19. Februar auftreten.
Beide wollen Wahlkampf für Leipzigs Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke (49) machen, die als OB-Bewerberin für die Linke ins Rennen geht. "Wo Gregor Gysi reden wird, steht noch nicht fest", sagt Kay Kamieth, Pressesprecher des Leipziger Stadtverbandes. "Aber wenn das Interesse wieder so groß sein sollte wie beim letzten Mal, werden wir seinen Auftritt wieder im Freien übertragen."
Auch die Leipziger CDU ist dabei, Prominenz aus Bundes- und Landesebene nach Leipzig zu holen. "Wir sind aber noch in der Abstimmung", sagt Julian Schröder, Pressesprecher des Kreisverbandes. Dies liege vor allem an der jüngsten Kabinettsumbildung von Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU), durch die im Kanzleramt der Ansprechpartner gewechselt hat.
Die Christdemokraten werben in Berlin auch um eine signifikante Aufstockung ihres Wahlkampfbudgets. "Leipzig ist die siebtgrößte Stadt Deutschlands", skizziert Schröder den Vorstoß in Berlin. "Ein Sieg unseres Kandidaten Michael Weickert würde bundesweit ein wichtiges positives Signal für die CDU senden."
Keine Wahlkampfhilfe für parteilosen Bewerber
Keine Wahlkampfhilfe aus Berlin oder Dresden kann der parteilose OB-Bewerber Dirk Thärichen (56) erwarten, der bei der OB-Wahl für die Freien Wähler antritt. "Wir setzen auf die Unterstützung der Leipziger Wirtschaft", sagt seine Pressesprecherin Cristina Siebenhüner.
Der ehemalige Konsumchef und heutige Co-Geschäftsführer des Leipziger Stadthafens sei "ein Mann aus der Wirtschaft" und dort "stark vernetzt". Dies werde sich sicher auch auf die Wahlkampfkasse auswirken.