Streit im Regio eskaliert: 28-Jähriger hält Fahrgast Pistole an die Schläfe
Leipzig/München - Zwei Reisende sind in einer Regionalbahn im Leipziger Hauptbahnhof in Streit geraten. Plötzlich zog einer der beiden Männer eine Waffe und hielt sie dem anderen an den Kopf. Nach umfangreichen Ermittlungen durchsuchten Spezialkräfte der Bundespolizei am heutigen Mittwoch die Wohnung des Verdächtigen in Bayern.
Der Vorfall hatte sich bereits am Montagvormittag ereignet. Laut Bundespolizeisprecherin Luisa Liebold waren ein 28-Jähriger und ein 37-Jähriger zunächst in einem abfahrbereiten Regio in Streit geraten.
"Im Verlauf der Auseinandersetzung bedrohte der 28-Jährige seinen Kontrahenten mit einer Schusswaffe, indem er ihm diese auf die Schläfe aufsetzte", sagte Liebold.
Unmittelbar danach verließ der Tatverdächtige die Regionalbahn und floh.
"Die Bundespolizei leitete umgehend Fahndungsmaßnahmen und umfangreiche Ermittlungen wegen des Verdachts der Störung des öffentlichen Friedens und Bedrohung ein", so die Sprecherin weiter. Trotz einer detaillierten Personenbeschreibung gelang es jedoch nicht, den Flüchtigen noch vor Ort zu stellen.
Anhand von Videoaufzeichnungen identifizierten die Ermittler den Mann jedoch später samt seiner Wohnanschrift.
Spezialkräfte der Bundespolizei durchsuchen Wohnung in München
Nach intensiven Vorbereitungen durchsuchten Spezialkräfte der Bundespolizei unter Federführung der Staatsanwaltschaft am heutigen Mittwochmorgen die Wohnung des Tatverdächtigen in München. Der 28-Jährige wurde dort angetroffen.
"Bei der Durchsuchung stellten die Einsatzkräfte eine als Tatwaffe infrage kommende Gasdruckwaffe sicher", so Polizeisprecherin Liebold. "Darüber hinaus fanden die Beamten weitere verbotene Gegenstände, wie zahlreiche Messer."
Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Bedrohung sowie möglicher Verstöße gegen das Waffengesetz dauern an.
Titelfoto: Sven Hoppe/dpa
