Leipzig - Nach einem Unfall mit zwei Verletzten am Freitagabend rückte ein Großaufgebot der Polizei ins Leipziger Zentrum-West aus.
Wie TAG24 von Polizeisprecher Tom Erik Richter erfuhr, wurde die Behörde gegen 21.25 Uhr in die Käthe-Kollwitz-Straße alarmiert. Einsatzstichwort: Ein Auto soll in einen Fahrradkorso gefahren sein.
Laut dem Sprecher stellte sich die Lage vor Ort dann aber als weniger dramatisch als zunächst erwartet heraus.
Demnach wollte der 21-jährige Fahrer eines Honda Accord die Fahrraddemo "Critical Mass" überholen, an der zu dem Zeitpunkt etwa 80 Personen teilnahmen.
Bei dem Manöver wurde aufgrund des andauernden Gegenverkehrs immer wieder der Abstand zu der Demo unterschritten, sodass eine 24-jährige Teilnehmerin schließlich mit ihrem Vorderrad in einer Straßenbahnschiene hängen blieb und zu Boden gerissen wurde.
Kurz darauf musste ein 28-Jähriger von seinem Rad abspringen, da er einen Zusammenstoß mit dem Honda befürchtete. Beide Personen zogen sich leichte Verletzungen zu, das Fahrzeug des 28-Jährigen wurde vom Auto überrollt.
Nach Kollision mit Fahrrad-Demo: Honda-Fahrer flüchtet vom Unfallort
Anstatt anzuhalten und nach den Verletzten zu sehen, machte sich der 21-jährige Grieche in seinem Honda aus dem Staub. Erst gegen 23.15 Uhr konnte er schließlich von Beamten in der Rödelstraße aufgegriffen werden.
Es stellte sich heraus, dass er weder Alkohol noch Drogen intus hatte. Eine mögliche politische Motivation oder gezielte Intention hinter seinem Manöver könne laut Richter ausgeschlossen werden, es werde aktuell von einem Unfall ausgegangen.
Aufgrund der zunächst unklaren Lage vor Ort waren am Freitagabend etwa 30 Polizeibeamte angefordert worden, die den Unfallbereich großflächig absperrten. Sowohl am Ort des Geschehens als auch am Honda wurden Spuren gesammelt.
Gegen den 21-Jährigen wird jetzt wegen der Gefährdung des Straßenverkehrs sowie weiterer Verkehrsdelikte ermittelt.