Vorfall am Leipziger Flughafen: Fahrzeug durchbricht Zaun, Kameras zeichnen dort nicht auf

Schkeuditz - Der Flughafen Leipzig/Halle ist erneut Schauplatz eines Vorfalls geworden! Samstagnacht wurde ein Zaun schwer beschädigt. Der Verdacht: Ein Fahrzeug hatte diesen durchbrochen, um dadurch in das Gelände einzudringen.

Am Flughafen Leipzig ist es Samstagnacht erneut zu einem Sicherheitsvorfall gekommen.  © Silvio Bürger

Noch in der Nacht suchten zahlreiche Einsatzkräfte der Polizei das Gelände gründlich ab. Die Nordpiste wurde vorübergehend gesperrt, der Betrieb auf der Nordseite entsprechend auch komplett eingestellt.

Die erhebliche Beschädigung wurde nach TAG24-Informationen am späten Abend gegen 23 Uhr im Bereich Polygraphstraße nahe der Ortschaft Freiroda entdeckt.

Einem Bericht der "Leipziger Volkszeitung" zufolge befindet sich der beschädigte Abschnitt in der Nähe abgestellter russischer Antonow-Flugzeuge, die nicht flugfähig seien. Die Maschinen seien nach EU-Sanktionen auf dem Flughafen festgesetzt, die Triebwerke abgebaut.

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Wie Polizeisprecherin Therese Leverenz am Sonntagmorgen mitteilte, hatte offenbar ein bislang unbekanntes Fahrzeug den Zaun zum Gelände durchbrochen.

Darauf sollen Reifenspuren vor Ort hindeuten. Von dem Fahrzeug fehlt derzeit allerdings noch jede Spur. Gleichzeitig bestand die Gefahr, dass Personen oder Gegenstände bei dem Vorfall auf das Flughafengelände gelangt waren.

Einsatzkräfte der Bundespolizei sowie der Polizeidirektion Leipzig suchten noch in der Nacht das Gelände ab. Dabei kontrollierten sie nach TAG24-Infos auch die Bereiche rund um die abgestellten russischen und ukrainischen Antonov-Flugzeuge. Zeitgleich wurde eine großräumige Fahndung nach dem vermutlich beschädigten Fahrzeug eingeleitet.

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Laut Polizeisprecherin Therese Leverenz hatte mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Fahrzeug den Zaun durchbrochen.  © EHL Media/Erik-Holm Langhof
Zahlreiche Einsatzkräfte suchten bereits in der Nacht das Gelände ab.  © EHL Media/Erik-Holm Langhof

Weitere Suchmaßnahmen am Flughafen Leipzig im Tagesverlauf

Gleichzeitig wurden rund um den beschädigten Zaun Spuren gesichert.  © EHL Media/Erik-Holm Langhof

Am Sonntagmorgen informierte die Polizei, dass eine erste Absuchung inzwischen vorgenommen wurde. "Dabei konnten weder unberechtigte Personen noch verdächtige Gegenstände festgestellt werden", sagte Polizeisprecherin Leverenz.

Im weiteren Tagesverlauf wurde dann der gesamte Bereich rund um die Nordpiste gründlich abgesucht. Dafür wurden zusätzliche Einsatzkräfte der Bundespolizei, ein Polizeihubschrauber sowie eine Drohne hinzugezogen.

Die Nordpiste blieb zunächst gesperrt, wurde gegen 14 Uhr aber wieder freigegeben. Nach TAG24-Infos startete am Nachmittag ein Flieger von der Bahn. Auf der Südpiste des Flughafens wurde der Betrieb indes ungestört fortgesetzt.

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Unklar ist aktuell unter anderem noch, ob das Auto gezielt in den Zaun fuhr, oder ob es sich um einen Unfall handelte und der Fahrer anschließend flüchtete.

Der Flughafen verwies indes laut Deutscher Presse-Agentur auf Sicherheitsvorgaben bezüglich des Zauns. Demnach seien die Anforderungen an diesen gesetzlich geregelt, sagte Flughafensprecher Uwe Schuhart. Der Zaun erfülle sowohl die nationalen als auch internationalen Standards und werde regelmäßig von den Behörden überprüft.

Demnach diene die einzige Kamera in diesem Abschnitt lediglich der operativen Verkehrsüberwachung, zeichne allerdings nicht auf.

Im Tagesverlauf seien weitere Suchmaßnahmen mit zusätzlichen Einsatzkräften vorgesehen.  © EHL Media/Erik-Holm Langhof
Am Sonntagmorgen wurden die Untersuchungen rund um den beschädigten Zaun fortgesetzt.  © Christian Grube
Aktuell sei noch unklar, ob es sich um eine gezielte Tat oder einen Unfall handelt.  © Michael Strohmeyer
Der Betrieb auf der Nordpiste wurde am Nachmittag nach TAG24-Infos wieder aufgenommen.  © Michael Strohmeyer
Kräfte der Feuerwehr hatten am Zaun zuvor noch ausgelaufene Stoffe entfernt.  © Christian Grube

Erst im August war eine mit Sprengstoff beladene Drohne auf dem Flughafen Leipzig, nahe der dort befindlichen Antonov-Flugzeuge, entdeckt worden. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (56, CDU) sprach in dem Zusammenhang von einem "hybriden Anschlagsszenario". Seitdem laufen umfangreiche Ermittlungen rund um den Fund.

Erstmeldung vom 18. Oktober, 8.11 Uhr. Text zuletzt aktualisiert um 18.10 Uhr.

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