Leipzig - Am 1. April feiert das Menschenaffenforschungszentrum im Leipziger Zoo sein 25-jähriges Bestehen. Doch wie sieht so ein ganz normaler Tag an diesem außergewöhnlichen Ort eigentlich aus?
Rund 50 Menschenaffen leben in den fünf Innen- und fünf Außenanlagen des Pongolands. Bereichsleiter Daniel Geissler ist von Anfang an Teil des Projekts und koordiniert den Einsatz der insgesamt zwölf Tierpfleger, von denen einer pro Tag für eine Affengruppe zuständig ist.
"Als Erstes wird das Licht angeschaltet, und die Affen werden langsam geweckt", beschreibt Geissler einen typischen Tag im Pongoland.
"Dann kochen wir den Frühstückstee und bereiten das kleine Frühstück vor, welches wir aus der Hand füttern. Wir gehen aber nicht ins Gehege rein. Dieses morgendliche Ritual ist für uns Pfleger sehr wichtig, denn so können wir genau prüfen, ob mit dem Tier alles in Ordnung ist und wie seine Nacht war."
Danach erfolge die Reinigung der Innenanlagen und das Vorbereiten des großen Frühstücks.
"Im Anschluss lassen wir die Tiere raus, und sie können in den Tag starten. Zwischen 8.30 und 12.30 Uhr findet die Forschung statt, danach ist Siesta für die Affen. Erst gegen 13.30 Uhr, wenn die Mittagsfütterung beginnt, werden die Affen wieder aktiv", erklärt der Bereichsleiter.
Daniel Geissler: "Hat ein Affe schlechte Laune, lasse ich ihn lieber in Ruhe"
Während die Affen sich im Außenbereich vergnügen, reinigen die Pfleger in der Zwischenzeit die Schlafgehege. "Am Nachmittag verteilen wir dann noch kleine Snacks oder weitere Beschäftigungsmaterialien", sagt Geissler.
"Und dann geht es langsam auf den Abend zu, wir bereiten also die Schlafräume mit Nistmaterial vor, verteilen das Abendbrot und holen sie zur Zooschließung in die Innenschlafräume rein. Einige Gruppen verbringen die Nacht auf der Innenanlage. Zum Schluss gibt es für jeden Affen ein kleines Leckerli, sodass wir uns die Tiere noch mal genauer angucken können, danach wird das Licht gedimmt und wir gehen nach Hause."
Das Verhältnis zwischen den Affen und den Pflegern beschreibt der Bereichsleiter dabei als "sehr tief und eng".
"Sie können genau einschätzen, ob wir schlechte Laune haben und umgekehrt", erklärt Geissler. "Das hilft im Umgang. Hat ein Affe schlechte Laune, dann lasse ich ihn lieber in Ruhe und versuche nicht, ihn zu irgendetwas zu zwingen."