Industriedenkmal bekommt neuen Eigentümer

Magdeburg - Das Berliner Unternehmen Sector7 kauft drei historische Gebäude auf dem Gelände des ehemaligen MAW. Das soll künftig auf dem Gelände entstehen:

Auf dem ehemaligen MAW-Gelände soll ein lebendiges und nachhaltiges Werksquartier entstehen.
Auf dem ehemaligen MAW-Gelände soll ein lebendiges und nachhaltiges Werksquartier entstehen.  © Sector7 Investors

Auf dem weiträumigen Gelände in der Liebknechtstraße war bis zum Jahr 1990 das Magdeburger Armaturenwerk (MAW) angesiedelt. Nach der Schließung wurden die Gebäude größtenteils saniert. Über die letzten Jahre wurden die Räumlichkeiten daher auch immer wieder von gewerblichen Nutzern und verschiedensten Branchen angemietet.

Darunter auch ein Techno-Club, welcher erst vergangenes Jahr auf dem historischen Gewerbeareal eröffnete. Jetzt gesellt sich auch das Berliner Unternehmen Sector7 dazu und hat Großes mit dem ehemaligen Gewerbeareal vor.

Das Unternehmen plant in der Liebknechtstraße 87-97 auf rund 7500 Quadratmetern Mietfläche moderne Büroflächen zu entwickeln. Sector7 hat vor, einen Gewerbestandort unter dem Namen "Werk West" entstehen zu lassen.

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Seit dem Erwerb der Immobilie im Februar arbeitet das Unternehmen laut eigener Aussage bereits an der Weiterentwicklung des Projekts. Der flexible Grundriss der Gebäude bietet zudem ideale Grundvoraussetzungen für Büros und Bildungseinrichtungen.

Fritz Stoessel, Geschäftsführer von Sector7, sagt: "Unser erstes Magdeburger Projekt bietet beste Voraussetzungen für einen vielseitigen und nachhaltigen Campus. Auf Basis des charmanten historischen Baubestands und der optimalen Lage in Kombination mit unserem ganzheitlichen Konzept für ein nachhaltiges Werk West schaffen wir einen Ort für Menschen, die in Magdeburg neue Ideen verwirklichen wollen, wo sich lokale Gewerbe, Bildungsstätten und Kreative zusammenfinden und den Standort voranbringen."

Der Kaufpreis bleibt ein Geheimnis

Der Kaufpreis des Industriedenkmals wird jedoch vorerst ein Geheimnis bleiben. "Geplant sind Investitionen im siebenstelligen Bereich für die Weiterentwicklung des Areals, auf dem wir nachhaltige Flächen für moderne Arbeitswelten anbieten wollen", lässt Fritz Stoessel für die Zukunft durchblicken.

Geplant sei unter anderem die Installation von Fotovoltaik auf den Dächern für Solarstrom und eine E-Ladeinfrastruktur. Unter anderem soll das Areal durch Bepflanzungen grüner werden.

In Planung sind zudem Pausenflächen im Innenhof sowie ein moderner Ausbau der Mietflächen in Abstimmung mit den zukünftigen Mietern.

Der Standort Magdeburg war kein Zufall

Das Berliner Unternehmen beschäftigte sich schon länger mit dem Standort Magdeburg und identifizierte die Landeshauptstadt als dynamischen Immobilienmarkt, wie Stoessel erklärt. "Da wir die Entwicklungsperspektive der Stadt als sehr positiv betrachten, haben wir aktiv nach gut angebotenen Objekten Ausschau gehalten und freuen uns, den ersten Ankauf abgeschlossen zu haben", so der Geschäftsführer von Sector7. Hier soll auch die Ansiedlung des Chip-Herstellers Intel eine Rolle gespielt haben.

Das Unternehmens-Portfolio umfasst mittlerweile 20 Projekte deutschlandweit mit einem Umfang von über einer Milliarde Euro.

Die Gebäude im Werk West wurden in den 1930er Jahren als Bestandteil des MAW erbaut, welches aus der 1885 gegründeten Armaturenfabrik Polte hervorging. Sie zählt zu den geschichtsträchtigsten Maschinenbaufirmen Magdeburgs.

Titelfoto: Sector Seven Investors

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