Sachsen-Anhalts Innenministerin zu Warntag: Üben und im Ernstfall vorbereitet sein

Magdeburg - Sachsen-Anhalt beteiligt sich am bundesweiten Probealarm. Anliegen ist es, viele Menschen sehr schnell und direkt vor einer möglichen Gefahrenlage zu warnen - auf verschiedenen Wegen.

Zum ersten Mal wird auch mit dem "Cell-Broadcast" eine neue Variante beim Alarmieren über Handys erprobt. (Symbolbild)
Zum ersten Mal wird auch mit dem "Cell-Broadcast" eine neue Variante beim Alarmieren über Handys erprobt. (Symbolbild)  © Fabian Sommer/dpa

Bei akuter Gefahr müssen die Menschen in den betroffenen Regionen schnellstmöglich gewarnt und erreicht werden. Das betonte Sachsen-Anhalts Innenministerin Tamara Zieschang (52, CDU) vor dem bundesweiten Warntag.

Am Donnerstag (8. Dezember) ist in Deutschland ab 11 Uhr ein Probealarm geplant. Es sei wichtig, sich auf Ernstfälle vorzubereiten, erklärte Zieschang. "Deswegen ist es entscheidend, dass geübt wird, ob und wie wir alle Menschen alarmieren können", sagte sie.

Zudem gehe es darum, wie man sich bei einem Alarm verhalten soll. Bevölkerungsschutz fange im Kleinen an.

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Laut Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe erfolgt der behördliche Probealarm über Warn-Apps, Radio und Fernsehen sowie Sirenen.

Erstmalig soll in diesem Jahr die Warnung mittels Cell-Broadcast möglich sein. Dabei werde das System eine Testnachricht über die Mobilfunknetze an Handys und Smartphones übermitteln, die das Cell-Broadcast technisch unterstützen, erklärte eine Sprecherin des Innenministeriums.

Die Entwarnung wird um 11.45 Uhr auf den gleichen Wegen an die Bevölkerung erfolgen. Die Probewarnung soll auch über Anzeigetafeln und in Zügen verbreitet werden.

Erster Warntag 2020 war Misserfolg

Neben Medien wie Radio und Fernsehen werden auch Sirenen in den Orten warnen. (Archivbild)
Neben Medien wie Radio und Fernsehen werden auch Sirenen in den Orten warnen. (Archivbild)  © Soeren Stache/dpa

Beim ersten bundesweiten Warntag am 10. September 2020 war einiges schiefgelaufen. Unter anderem kam die Meldung der Warn-Apps Nina und Katwarn verspätet auf den Smartphones an.

Wäre es tatsächlich ein Ernstfall gewesen, hätten viele Bürger nichts mitbekommen. Unterdessen setzen die Kommunen vor Ort auch wieder auf Sirenen oder Lautsprecherdurchsagen, um die Menschen vor einer Gefahr zu warnen.

Eine Sirene könne auch eine Weckfunktion übernehmen, also auch nachts Menschen aufmerksam machen und erreichen, die über Durchsagen in Medien, Warn-Apps oder ähnliches nicht erreichbar wären.

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Die Starkregenereignisse in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen im vergangenen Jahr hätten gezeigt, wie wichtig im Notfall eine funktionierende Warnung der Bevölkerung ist, betonte die Ministerin.

Die Sirene sei vor diesem Hintergrund ein unverzichtbares Warnmittel. Grundsätzlich sei Sachsen-Anhalt gut aufgestellt, so Zieschang. Dennoch sollen zukünftige Warnungen noch mehr Menschen im Land erreichen.

Deshalb seien der Ausbau des Netzes und die Erneuerung veralteter Technik wichtig. In Sachsen-Anhalt gibt es den Angaben zufolge rund 2000 Sirenen.

Laut einer Abfrage wollen die Kommunen davon rund 850 umrüsten und rund 500 neue Sirenen zusätzlich installieren, wie das Innenministerium mitteilte.

Titelfoto: Bildmontage: Soeren Stache/dpa, Ronny Hartmann/dpa

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